- Text: Tito Wiesner
- Plattform: Für PC
- Publisher: Telltale Games
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Bewertung:
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Hector - Badge of Carnage
Omas mit Elektro-Schocker, Teenager in Unterhosen, gewalttätige Terroristen: Die Welt von „Hector - Badge of Carnage“ hat wenig mit dem familienfreundlichen Entertainment zu tun, das im Adventure-Genre sonst so häufig geboten wird.
Hector ist wohl kaum die Art von Polizist, wie sie im Lehrbuch steht - übergewichtig, meist alkoholisiert und nicht gerade nett und freundlich im Umgang mit seinen Mitmenschen. Trotzdem ist ausgerechnet er die letzte Hoffnung der Kleinstadt Clappers Wreake, als diese von einem gewalttätigen Terroristen unter Beschuss genommen wird. Der will nicht länger mit ansehen, wie seine einst geliebte Heimat vor die Hunde geht und hat deshalb zu den Waffen gegriffen. Nur Hector wird zugetraut, den Gewalttäter zu besänftigen - blöd nur, dass der vermeintliche Retter nach einer durchzechten Nacht mal wieder in der Ausnüchterungszelle festhängt, in der er sich offensichtlich selbst eingeschlossen hat.
Die erste Aufgabe lautet also, aus dem selbst geschaffenen Gefängnis auszubrechen - und sich dabei mit dem durchaus derben Charme von Hector und seiner Umgebung vertraut zu machen. Die verdreckte Toilette benutzen, Müllhaufen durchwühlen, eine Angel aus Kondom und Schnürsenkeln basteln und dann im WC-Becken fischen: Wer Proleme mit Fäkalhumor und teils durchaus ekligen Rätseln hat, wird Hector kaum ins Herz schließen können. Trotzdem kann dem schroffen Burschen eine gehörige Portion Charme nicht abgesprochen werden: Wenn er Teenagern ihre Hosen klaut, Prostituierte beschimpft, versucht gewalttätigen Omas zu entkommen oder mit blöden Sprüchen den Terroristen zu verwirren, hat das immer wieder einen äußerst hohen Unterhaltungswert - eine gewisse Abgebrühtheit beim Spieler vorausgesetzt.
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Bedienung und Rätseldesign sind typisch für ein Point&Click-Adventure: Gegenstände werden per Mausklick untersucht, eingesteckt und dann kombiniert oder angewendet, Gespräche in Multiple-Choice-Manier geführt. Per Klick auf ein Fragezeichen-Symbol können Tipps aufgerufen werden, generell sind die Aufgaben aber nie wirklich schwer, sondern meist durch ein kleines bisschen "um die Ecke denken" zu lösen.
Technisch ist der erste Teil der als Trilogie angelegten Serie sicherlich eher unterdurchschnittlich - dem Spiel ist deutlich anzusehen, dass es zunächst für iPhone und iPod Touch erschien und auch in einer Variante für iPad verfügbar ist. Inhaltlich wird aber großes Entertainment geboten: „Hector“ ist spaßige Adventure-Kost für alle die, die sich an einem Sex- und Alkohol-süchtigen Polizisten ebenso wenig stören wie an überzeichneter Gewalt und derben Flüchen. Allen kleineren Mankos zum Trotz vergeht die Spielzeit wie im Fluge - wer über die nötigen Englisch-Kentnisse verfügt, sollte sich diesen ungewöhnlichen Adventure-Charakter nicht entgehen lassen und für weniger als zehn Euro unter www.telltalegames.com die erste Episode herunterladen.
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