HALF - LIFE: GUNMAN CHRONICLES
Seit zwei Jahren macht einer der beliebtesten Ego-Shootern überhaupt immer wieder auf sich aufmerksam. Die Rede ist von 'Half - Life'. Das Hauptprogramm gefiel durch seine spannende Story und die Gegner, die im Gegensatz zur Konkurrenz als annähernd intelligent betrachtet werden konnten. Hatte man das Hauptprogramm nach einiger Zeit durchgespielt, so wurde die Zockergemeinde durch den TFC-Modus (Team Fortress Classic), einem auf Teamplay ausgelegten Multiplayer-Modus, bei Laune gehalten. So erschien dann ein Jahr später auch die Mission-CD 'Opposing Force', die für Einzelspieler die Story aus der Gegnerischen Perspektive erzählte. Multiplayer durften sich über neue Waffen und Maps freuen. Schließlich gibt es da noch 'Counter Strike', ein MOD ('Modification'), das durch ausgeklügelte Gut-gegen-Böse-Teamkämpfe und strategische Tiefe 'Half - Life' noch immer zu einem der meistgespielten Internet-Spiele überhaupt macht.
Nun ist es aber wieder an der Zeit, die Single-Player bei Laune zu halte. 'Gunman' dürfte für die rund 15 Programmierer des 'Rewolf'-Teams ein wahrgewordener Traum sein. Denn 'Valve', die 'Half - Life'-Macher, stellten ihren Programmcode ('Half-Life' basiert übrigens auf dem Grundgerüst des ersten 'Beben'-Teils, nicht wie oft behauptet, dem des zweiten) frei zur Verfügung. Seit dem erscheinen im Internet ständig neue MODs. 'Gunman' ist einer von ihnen und somit das Produkt von Hobby-Programmierern und Zockern quer aus der ganzen Welt, denen auch ein deutscher angehört. Diese haben sich so mächtig ins Zeug gelegt, dass eben jene Leute von 'Valve' darauf aufmerksam wurden und schließlich für finanzielle und programmiertechnische Unterstützung sorgten, so dass es als eine 'Total Conversion' und als eigenes Vollpreis-Spiel nun erscheint. Abgesehen vom Grundgerüst hat 'Gunman' aber mit seinem Vater nicht mehr viel gemeinsam, außer jeder Menge Action und Spielspaß, die den vom Original sogar noch übertreffen.
Die Story will ich hier nur kurz beschreiben, der Artikel sprengt auch so schon den Rahmen des Heftes. Bei einem Auftrag, dass für euer Team zu einer tödlichen Falle geworden ist, wurde auch euer Vorgesetzter von einem Sandwurm verschluckt und für tot gehalten. Dieser Vorgesetzte, der General, erfreut sich aber bester Gesundheit und hält euch für einen Verräter und will euch deshalb tot sehen. Nichtsahnend verfolgt ihr mit eurem jetzigen Team ein Notsignal auf einen Dschungelplaneten. Kurze Zeit später ist das gesamt Team mit euch als Ausnahme tot. Der Kampf ums Überleben beginnt. Auf eurem Weg macht ihr unter anderem Bekanntschaft mit allerlei gefräßigen Sauriern. 'Rewolf' haben euch aber ein Waffenarsenal vom allerfeinsten spendiert. Acht verschiedene Typen mit zig verschiedenen Feuermodi lassen so schnell keine Langeweile aufkommen und sogar einen Panzer dürft ihr in einem Spielabschnitt fahren.
Bedenkt man das Alter der Grafikengine, so sieht 'Gunman' wirklich bombastisch aus, verglichen mit anderen Shootern immerhin noch ziemlich gut, 'Half - Life'-Kenner werden jedenfalls aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Der Sound ist dank 'A3D'- bzw. 'EAX'-Unterstützung bombastisch und die Musik passt sich wie schon bei den beiden Vorgängern der jeweiligen Situation an. Der Multiplayer-Modus ist zwar nicht glorreich, aber so wie ich Havas/Sierra einschätze, können wir uns noch auf einiges per Internet gefasst machen. Ihr solltet übrigens schnell zugreifen, denn noch ist die unentschärfte Englische Version erhältlich. Eine entsprechend 'versoftete' deutsche Version soll nachgereicht werden. Sollte 'Gunman' übrigens indiziert werden, so bezieht sich mein Artikel selbstverständlich auf die deutsche Version.
Positiv für Leute mit älteren Rechnern ist übrigens auch, dass das Spiel bereits auf einem PII 266 mit 128 MB RAM und 3D-Karte geschmeidig wie mit Vaseline läuft.
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