TECHNOMAGE
Nach fast drei Jahren Entwicklungszeit, diversen Ankündigungen und Terminverschiebungen ist 'TechnoMage' doch endlich erschienen. Ein Spiel aus deutschem Hause (Entwickler 'Sunflowers' dürfte insbesondere den gut 1.000.000 deutschen 'Anno 1602'-Fans ein Begriff sein), auf das ich mich aufgrund verschiedener Vorschauen persönlich sehr gefreut habe. Die märchenhafte Story des Spiels hat mich dann auch vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen. Ihr übernehmt die Rolle von Melvin, der alles andere als beliebt und begabt in seinem Heimatdorf ist. In der Fantasy-Welt von Gothos haben seine Eltern gegen ein altes Gesetz verstoßen. Denn seine Eltern gehören unterschiedlichen Völkern an, denen es eigentlich untersagt ist, gemeinsame Kinder zu haben. So ist Melvins Mutter eine Dreamerin (Dreamer sind magiebegabt) und sein Vater ein Steamer (die Technikspezialisten). Beide Völker respektieren einander genauso wie sie sich aber auch meiden. So gehört Melvin weder zu den einen noch zu den anderen. Als dann plötzlich eine Katastrophe losbricht und in Steamertown aus der Erde allerlei Monsterhorden gekrochen kommen, ist der Sündenbock schnell gefunden. Nun ist es an euch, die Welt vor der Zerstörung zu retten. Auf dem Weg durch Gothos erlernt ihr nach und nach die Fähigkeiten beider Rassen, was aber zum Fortkommen auch bitter nötig ist, denn von nun an liegt Gothos in euren Händen.
Dieses Spiel hat für jeden etwas zu bieten: Kämpfe, Rätsel, Liebe, Magie ... Was mir spielerisch besonders gut gefallen hat, ist die gelungene Mischung verschiedenster Genre. Sowohl Action, Adventure und Rollenspiel gepaart mit Jump'N'Run und vielen kleinen Zwischenspielchen (z.B. eine 'Autorenn'-Einlage) lassen hier keine Langeweile aufkommen. Technisch gesehen hinterlässt 'TechnoMage' bei mir einen recht zwiespältigen Eindruck. Während die PSX-Version diese ziemlich gut ausreizt, so stehen bei der PC-Version die überragende Qualität der Zwischensequenzen im Kontrast zur etwas veralteten Technik der Spielgrafik selbst. Diese ist zwar liebevoll und detailreich gestaltet, aber eben nicht mehr ganz up to date. Aber gerade deshalb läuft das Spiel auch noch auf etwas betagteren Rechnern, denn was bringt es schon, wenn das Spiel bombastisch aussieht, aber nur auf Highend-Kisten von Technik-Freaks läuft. Eine Sache hat mich allerdings wirklich genervt und mich regelmäßig in meine Tastatur beißen lassen: Die Jump'N'Run-Sequenzen, so spaßig sie auch sein mögen, sind einfach nicht für die Steuerung auf dem PC angepasst. Dort ist sie so schwammig, dass ich für manche Abschnitte zehn oder mehr Versuche gebraucht habe, um sie zu packen. Mit diesem Manko hatte die PSX-Version übrigens nicht zu kämpfen.
Das Spiel ist auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die sich für die in diesem Spiel enthaltenen Genre interessieren, abgesehen vielleicht von Hardcore-Rollenspielern und co.
Ab einem PII mit 64 MB RAM sollte dem Spielspaß nichts mehr im Wege stehen.
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