AMERICAN MCGEE'S ALICE
Wer kennt sie nicht: Alice, die im Wunderland mit der Grinsekatze und ihrem witzigen Stofftier-Häschen Probleme mit der Herz-Dame hatte. Doch seitdem sind ein paar Jahre vergangen und Alice ist durch ein Unglück zum Waisenkind geworden. Da ist es nicht verwunderlich, dass Alice, als sie sich plötzlich im Wunderland wiederfindet, ihren Augen kaum traut. Die Grinsekatze ist gepierct und tätowiert und überhaupt ziemlich knochig geworden, während die Herz-Dame das Volk im Wunderland unterjocht hat. Ihr macht euch also auf den Weg, alles wieder ins Lot zu bringen. American McGee, der sich zuvor bei diversen indizierten Action-Spielen bereits einen hervorragenden Namen als Level-Designer gemacht hat, hat ein Spiel programmiert, das verrückter und abgefahrener kaum sein könnte. Das Level-Design sorgt im Minutentakt für Staunen und Verwunderung, durchbrochen von Aha-Momenten, die durch verrückte Rätsel-Ideen und fantastische Grafikeffekte hervorgerufen werden. Kleine Beispiele gefällig? So sieht eines der Level wie ein Schachbrett aus, was den Effekt hat, dass ihr euch auch nur nach den Schachregeln auf dem Spielfeld bewegen dürft. Oder es fliegen geöffnete Türen quer durch den Level, in denen sich nichts außer einem Farbenwirrwarr befindet. Wer sich hier nicht regelmäßig an Bilder von Dali erinnert fühlt, der kennt eben Dali-Bilder nicht. Die Story wird zwar recht nüchtern erzählt, hat aber einiges zu bieten. Da bin ich ja mal gespannt, wie der Kinofilm, der zu diesem Spiel geplant ist, ausfällt. Negativ aufgefallen ist mir eigentlich nur die etwas magere Waffenauswahl und die leicht hölzern geratenen Animationen der Charaktere, da die Grafik ansonsten atemberaubend mit der Q3A-Engine in Szene gesetzt wurde. Mir persönlich gefällt 'Alice' noch einen Tick besser als beispielsweise Rune oder F.A.K.K. 2, was aber in erster Linie daran liegen dürfte, dass ich auf solch kranke Ideen, die in diesem Spiel verarbeitet werden, einfach mal tierisch stehe. Wer eher gradlinige Spiele mag, der sollte zu den beiden eben genannten Titeln oder dem zwar etwas älteren, aber immer noch hervorragenden 'Drakan' greifen.
Ab 600 MHz mit 128 MB RAM, einer 3D-Karte und EAX-Unterstützung macht's so richtig Spaß.
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