SEVERANCE: BLADE OF DARKNESS
Wem Gehacktes vom Fleischer wegen BSE und der Maul- und Klauenseuche momentan zu gefährlich ist, der sollte es mal mit 'Severance' aus dem Hause 'Codemasters' versuchen: Hier darf nämlich nach Herzenslust gehackt und gevierteilt werden, da können selbst Vegetarier schwer 'Nein' sagen.
Wahlweise in Gestalt eines Kriegers, eines Zwerges, einer Amazone oder eines Barbaren gilt es, in 18 Levels seine Gegner (z.B. Orks, andere Krieger, Skelette, Golems ...) zu zerhacken.
Wen das jetzt irgendwie an 'Rune' von 'Take 2' erinnert, der liegt gar nicht so falsch, denn auch hier wird die Spielfigur aus der Verfolgerperspektive mit Hilfe der Tastatur und der Maus gesteuert. Es bestehen auf den zweiten Blick einige gravierende Unterschiede, abgesehen von den verschiedenen Hintergrundgeschichten. Spielt sich 'Rune' sehr schnell und actionlastig, so kann 'Severance' schon fast als Schwertkampfsimulation aufgefasst werden. Schon die Wahl der Spielfigur ist entscheidend für den weiteren Spielverlauf. Der Krieger hat sehr ausgewogene Fähigkeiten, kann gut mit Schwertern und Schildern umgehen, besitzt eine Rüstung und ist einigermaßen flink zu Fuß. Der Zwerg ist recht robust und schlagkräftig, sein entscheidender Nachteil sind aber seine kurzen Beine, die weite Sprünge und schnelles Laufen verhindern. Die Amazone ist eher schmächtig, ist aber dafür flink wie ein Wiesel und kann hervorragend mit dem Bogen umgehen. Zu guter Letzt wäre da noch der Barbar, der über große Muskelkraft verfügt und ein Meister im Umgang mit dem zweihändigen Schwert ist, jedoch spiel das Timing hier eine entscheidende Rolle, da er beim Ausholen dem Gegner völlig ungeschützt gegenübersteht. Weiterhin geht einem die Steuerung nicht ganz so flott von den Fingern, ein wenig Einarbeitungszeit vorrausgesetzt lassen sich aber hervorragende Schlagkombinationen und Ausweichmanöver vollziehen, zumal man für die Kämpfe Erfahrungspunkte erhält, die die Spielfigur im Verlauf des Spiels immer besser werden lassen. Die Gegner sind zwar nicht gerade in Massen in den Levels verteilt, aber dafür entpuppen diese sich als sehr zäh und widerstandfähig, so dass die einzelnen Kämpfe schon mal mehrere Minuten in Anspruch nehmen können.
Ein wirkliches Highlight ist jedoch die von den spanischen Programmierern erstellte Grafikengine. Noch nie wurden Schatten so realistisch dargestellt. In den dunklen, nur mit Fackeln beleuchteten, Gängen einer Burg stockt einem erst mal der Atem: Ist es jetzt nur ein kleiner Gegner, der direkt vor einer Fackel steht und einen riesigen Schatten wirft oder ist es wirklich ein riesiger Gegner, der unmittelbar hinter der nächsten Ecke lauert ...
Der Sound ist recht gut gelungen, zwar nerven die Kampfschreie auf Dauer, aber die stimmungsvolle Musik schafft einen enormen Atmosphärebonus.
So viel Grafikpracht verlangt auf jeden Fall nach einem flotten Rechner, ansonsten solltest du besser nicht zugreifen.
Prozessor: AMD oder Intel 700 MHz
RAM: 128 MB RAM
Eine schnelle Grafikkarte wird dringend empfohlen
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