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Bild: NACH HAUSE TELEFONIEREN

NACH HAUSE TELEFONIEREN


Nun ist es raus: Auch Programme haben Gefühle. Viele aktuelle Anwendungen - wie beispielsweise das neueste iTunes - leiden verstärkt unter akutem Heimweh. Per Definition bedeutet Heimweh den 2Drang nach einem bestimmten entfernten Ort' - für Software handelt es sich dabei um den Ort ihres Ursprungs, also um ihr Zuhause. Und da ein Programm, wenn es erst einmal installiert ist, nicht so einfach seine sieben Sachen packen kann, um den nächstbesten Flieger zurück in die Staaten zu nehmen, greift die von Heimweh zerfressende Anwendung einfach öfter mal zum Hörer, um kurz beim Mama und Papa Hersteller durchzurufen und zu erzählen, wie es in der Ferne so zugeht. Die Eltern von Programm XY sind natürlich besorgt und möchten möglichst viel über die neuen Gastgeber wissen. Und so plaudert dann die kleine Anwendung munter drauf los und berichtet, auf wessen Rechner sie inzwischen installiert wurde, was für andere Programme sich im selben Verzeichnis befinden, was ihr Gastgeber für Musik hört und ob er die auch legal runtergeladen hat. Mit jeder Gesprächsminute ist das Heimweh weniger schlimm. Auch die Eltern im fernen Cupertino sind beruhigt und können wieder besser einschlafen (beziehungsweise Musik verkaufen ;-). Nur der Anwender dürfte von solchen geheimen Aktionen nicht so begeistert sein. Deshalb gibt es Programme wie Spybot (PC) oder Little Snitch (Mac), die den Vieltelefonierern einen Strich durch die Rechnung machen. Grundsätzlich sollten sich auch Eltern von Software an die guten Sitten halten und ihre Kinder nicht noch dazu anstiften, gegen die Hausordnung zu verstoßen und ohne zu fragen zu telefonieren.


Das gehört sich einfach nicht meint *Lou Canova.


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