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GUT UND BÖSE


In den letzten Wochen ging eine Schockwelle durch die Webgemeinde. Google, die Suchmaschinenkönige aus Kalifornien, haben für ihren chinesischen Ableger die Zensurbestimmungen des kommunistischen Regimes übernommen und in ihre Suchkriterien integriert. Wer also jetzt in China die Keywords 'Massaker' und 'Himmlischer Frieden' eingibt, wird mit Sicherheit kein zufriedenstellendes Suchergebnis erhalten. So weit, so gut. Es gibt viele Konzerne, die in China mit dem Regime Geschäfte machen und dabei nur selten die Menschenrechte im Auge haben. So produziert zum Beispiel IKEA einen großen Teil des Sortiments in der Volksrepublik, von Sporttextilriesen wie Adidas, Nike oder Puma ganz zu schweigen. Welche Konditionen hier tatsächlich für die Beschäftigten herrschen, weiß niemand. Und ob Ausbeutung Demokratie fördernd ist, bleibt auch 2006 weiterhin fraglich. Warum regt sich die Blogo- und Websphäre dann so auf? Weil Google es tatsächlich geschafft hat, ein freundlich-fröhliches Images zu wahren und bislang unter der Flagge 'Don't be evil!' durch das Internet geschippert ist. Der Witz dabei ist, dass es alle geglaubt haben. Ein lustig-buntes Logo, ein freundliches Auftreten, gepaart mit einer Underdog-Attitüde und einer grundsätzlichen Microsoft-Feindlichkeit - fertig ist das Saubermann-Image. Das schaut man gerne über 92 Milliarden Euro Börsenwert oder Gewinne von knapp 400 Millionen Dollar hinweg. Trotz China ist Google übrigens noch lange nicht böse. Immerhin verkaufen die Jungs keine Waffen oder Pharmaprodukte, sondern Suchwörter und Online-Ads. Aber Google war auch niemals moralisch gut, selbst wenn der Konzern es selbst behauptet hat, meint *Lou Canova.


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