Go Plaze Yourself
Oh, wie schön ist doch das neue, partizipatorische Internet. In der ersten Webwelle waren es noch die Contentprovider, die für Inhalte im Netz gesorgt haben - jetzt sind es die User selbst. Der allerneueste Trend sind die MoSoSos. Das steht für 'Mobile Social Software' und wird in verschiedensten Ausprägungen gerade als Public Beta mit Nutzern getestet. Eine spannendsten Entwicklungen in diesem Bereich kommt sogar aus Deutschland und heißt Plazes. Das Netzwerk nennt sich selbst Geo-Community und funktioniert sowohl per SMS als auch mit dem Rechner. Anders als bei OpenBC/Xing oder ähnlichen Angeboten dreht es sich bei www.plazes.com um Orte & Menschen.
Das zugrunde liegende Prinzip des Services ist dabei genauso einfach wie innovativ: Plazes ist eine Community, in der Nutzer ihre aktuellen Aufenthaltsorte mitteilen und in Echtzeit sichtbar machen können - mobil und auf einer Karte im Web. Jeder dieser Orte wird als 'Plaze' in der Datenbank gespeichert und mit dem Profil des Nutzers verknüpft.
Konsequenz: Ich kann anderen zeigen, wo ich bin (wenn ich das möchte) und andere sehen, wo die sind (wenn die das möchten). Gerade im hektischen Großstadtalltag ein sinnvolles Instrument, die Koordination des Freundeskreis technisch zu unterstützen. Denn mit Plazes kann ich beispielsweise spontane Verabredungen treffen, da ich sehen kann, wer um die Ecke im Café sitzt.
Alle besuchten 'Plazes' werden mit dem persönlichen Plazes-Profil verknüpft. Diese Verbindung ist aus zwei Gründen interessant: Zum einem wird so die Sammelwut der User entfacht. Denn wer möglichst viele neue Orte entdeckt oder besucht, kann sein Plazes-Profil entsprechend aufwerten und für andere interessanter machen. Zum anderen lässt die Sammlung realer Orte neue Beziehungen innerhalb der Community entstehen. Plazes-User können vergleichen, welche Lieblingsorte sie mit anderen teilen. So wird sichtbar, welche realen, ortsbezogenen Berührungspunkte mit anderen Usern existieren. Zudem sagen die besuchten Orte viel über den User aus: Sage mir wo du hingehst und ich sage dir, wer du bist.
Aus Datenschutz sicht ist das übrigens alles einwandfrei: Die User 'verorten' sich selbst, werden also nicht getrackt oder geortet oder überwacht. Und die Daten liegen sicher vor den EU-Schnüfflern wie Ich-scheiß-auf-Bürgerrechte-Schäuble in der Schweiz.
Deshalb: 'Verortet euch, auf dass ihr gesehen werdet!', predigt
*Lou Canova
Mehr Lou Canova gibt es auf Metronaut.de
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