- Text: Caroline Frey
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LouCanova
Spieltrieb vs. Spieltheorie
Wenn ich mir die Entwicklung von elektronischem Spielzeug in den letzten fünf Jahren anschaue, frage ich mich manchmal, ob daraus tatsächlich die große, cross-vermarktete Stringenz erwächst, die auch noch im Jahr 2012 eine ernstzunehmende Relevanz hat, oder ob wir uns gerade mit Konsumgütern umgeben, die in absehbarer Zeit unsere Keller, Hängeböden, Speicher und Trödelmarktkisten füllen werden.
Nehmen wir zum Beispiel die wundersame Welt der Playstation von Sony. Die 3er setzt sich langsam durch und aus der PS2 ist inzwischen eine Konsole geworden, die bei der ganzen Familie für gute Unterhaltung sorgt. Ich selbst denke gerade im dritten Jahr in Folge daran, Weihnachten doch mal mit der ganzen Bande SingStar oder Buzz zu spielen (eher nein, meine Mutter ist schnell überfordert). So weit alles klar. Kommt zurzeit altersübergreifend gut an, das Teil.
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Wenn ich jetzt allerdings ein paar Jahrzehnte zurückdenke, fallen mir plötzlich mehrere solcher Systeme ein, die mit immer verrückteren Steuerungsmöglichkeiten und Erweiterungen über Jahre hinweg für Stimmung im Wohnzimmer gesorgt haben, um letztlich doch komplett von der Bildfläche zu verschwinden. Mit der Dreamcast von Sega konnte beispielsweise auch geangelt werden (inkl. Angelrute als Controller) - meines Erachtens ein echtes Killer-Feature! Und was ist nur aus dem GRUNDIG Super Play Computer 4000 und dem Körting TVC 4000 geworden? Beides geile Teile. Ein Freund von mir hatte bis in die Neunziger ein Vectrex im Schrank, wegen des eingebauten Displays gerne auch "Mini-Arcade" genannt. Noch vor 20 Jahren lobten die Medien das Teil als "King of Stand-Alones", und jetzt steht man als Besitzer bestimmt ziemlich alleine da...
Wer also einen Blick auf die bewegte Welt des Entertainments wirft, der kann leicht feststellen, wie schnell sich Systeme durchsetzen und dann aber auch schnell wieder in der Ecke liegen können. Okay, okay - die Hersteller sind heute vertikal integrierte Medienkonzerne, die ihre eigenen Inhalte schaffen und dafür auch noch die Technik herstellen (das "Blueray-Prinzip"). Aber vielleicht wird der Markt ja irgendwann wieder einmal von hinten aufgerollt, genauso wie es Sony mit Sega und zuvor Nintendo mit Atari gemacht hat? Davon ist auszugehen. Zurzeit macht es mir jedenfalls großen Spaß, mit dem ganzen Playstation-Spielzeug zu spielen, und ich kann nur jedem empfehlen, eine PlayStation3 auf den Wunschzettel für Weihnachten zu schreiben. Wer zu spät kommt, den bestraft die disruptive Kreativwirtschaft, prophezeit
*Lou Canova
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