- Text: Holger Hoffmann
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Lou Canova
Who's bad?
Schimpft mich neoliberal, nennt mich einen Marktradikalen! Vielleicht stehe ich ja nur auf dem Schlauch und verstehe deshalb nicht, warum erfolgreiche Unternehmen für ihren Erfolg bestraft werden. Ich weiß schon: Marktmacht, Monopolstellung, Preisdiktat, Weltherrschaft. Ewiger Prügelknabe hierfür ist bekanntlich Softwareriese Microsoft. Egal welche Tricks angewandt wurden, um mit Windows & Co. Erfolg zu haben - am Ende haben doch die Konsumenten entschieden und sich den Schrott gekauft. Oder nicht? Wurde hier irgendwer gezwungen, Windows zu installieren?
Außerdem haben andere Technologiekonzerne mit ähnlichen Verhaltensweisen sehr viel weniger bis gar keinen Erfolg gehabt. Ich möchte beispielsweise nicht wissen, mit welchen Bandagen hinter den Kulissen um das neue DVD-Format gekämpft wurde. Warum wird also auf Microsoft eingedroschen und andere Konzerne in Ruhe gelassen? Hat beispielsweise McDonald's nicht ein weltweites Burger-Monopol? Müssten die nicht auch anderen Herstellern erlauben, ihre Burger in den Filialen zu verkaufen - so wie Microsoft Windows für Drittanbieter öffnen soll? Vielleicht bin ich als Mac-User auch entspannter und beispielsweise froh darüber, dass Microsoft Office für Mac rausbringt (wie kürzlich mit 'Office 2008' geschehen), da ich mit Windows nur begrenzt arbeiten muss, Office aber für ein gutes Programm halte.
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Vielleicht ist der Versuch, Unternehmen in ihrer globalen Ganzheitlichkeit auf Staats- oder Bündnisebene wie der EU zu regulieren auch komplett antiquiert. Neuestes Objekt der Zerschlagungsbegierde ist ja Google. Die sagen zwar von sich selbst "Don't be evil", aber allein ihre schiere Größe erzählt zumindest Wettbewerbshütern eine ganz andere Story. Und schon stehe ich wieder auf dem Schlauch: Wir haben es bei Google mit einem Unternehmen zu tun, das mit genialer Technologie einen unglaublichen Erfolg feiert und das Thema "Werbung im Netz" revolutioniert hat. Dabei haben die beiden Gründer sehr viel Geld verdient und in andere Unternehmen gesteckt. Großartige Wachstumsstrategie, toller Erfolg, Hut ab! Dafür soll Google jetzt zerschlagen werden. Zu großartig, zu erfolgreich, zu genial. Häh? Gilt so etwas in Zukunft wenigstens auch für den FC Bayern (hier wäre es wenigstens angebracht!) fragt sich
*Lou Canova
Mehr Liebeserklärungen an Microsoft gibt es auf www.metronaut.de.
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