- Text: Caroline Frey
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*Lou Canova
Sport digital
In meinem Freundeskreis ist das Wii-Fieber ausgebrochen. Etwas spät, ich weiß. Aber es scheint so, als hätte meine Peergroup ihren Widerstand gegen den allgemeinen Trend auf- und sich ihrem Schicksal ergeben - an dem weißen Wunderkästchen von Nintendo führt einfach kein Weg vorbei. Neben dem Klassiker "MarioKart" stehen zurzeit Sportspiele hoch im Kurs. Auf Grund der Bewegungssteuerung auch gar kein Wunder.
Neben dem wunderbaren "Top Spin 3" von 2k Games - endlich ein vernünftiges, grafisch ausgereiftes Tennisspiel für die Wii - gehört "Tiger Woods 2008" von EA gerade zu den Toptiteln in meinem Wohnzimmer. Bewegung ist gut für den Körper (schon gewusst?) und natürlich auch für's Hirn: Als ich neulich verträumt auf einem Golfplatz irgendwo an der amerikanischen Westküste stand, den Wii-Golfschläger fest umschlungen, über meinem Kopf digitale Vögel kreisend - da kam mir ein folgenschwerer Gedanke...
Wenn diese Form der Konsolensteuerung noch weiter ausgebaut und beispielsweise Spiele in Zukunft mit dem ganzen Körper gesteuert werden würden, könnten wir echt 'ne Menge CO2 einsparen. Anstatt über die ganze Welt verstreut ständig irgendwelche Meisterschaften auszutragen, für die nicht nur Stadien gebaut und mit Strom versorgt werden, sondern vielmehr auch ganze Herden an Sportlern, Funktionären, Zuschauern und Journalisten angeflogen kommen müssen, könnte man doch Olympia und Co. einfach virtuell austragen. Die Sportler werden hierfür einfach in so ein Motion-Capturing-Anzug von EA (oder wem auch immer) gesteckt und los geht's. Wenn die Grafik gut genug ist, fällt das überhaupt nicht auf. Denn eine entsprechende körperliche Leistung müssten die Damen und Herren Athleten ja trotzdem bringen. Und schon jetzt habe ich beim FIFA-Spielen manchmal das Gefühl, ich schau gerade eine TV-Übertragung (oder war das anders herum?). Wird überhaupt noch in Wirklichkeit gespielt? Gibt es Beweise? Ist Michael Ballack ein Avatar? Michael Schuhmacher doch nur ein einfacher Pornodarsteller (und kein Rennfahrer, der wie einer aussieht)?
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Für mich ein klarer Fall: Wir müssen nicht (nur) weg vom Öl, wir müssen weg von der analogen Realität. Denn digital ist besser und grüner. Dank "Gran Turismo 5" werden wir bald sehen können , dass virtueller Motorsport viel ästhetischer ist als die Wirklichkeit - vom gesparten Benzin ganz zu schweigen. Im Kinofilm haben wir ja schon längst angefangen mit entsprechenden Effekten zu arbeiten. Andere Bereiche sollten bald folgen. Vielleicht wären auch virtuelle Politiker besser als die alten, verkalkten Analogversionen? Obwohl: Schäuble reicht schon jetzt für so ein 1984-Feeling, das sollte nicht noch mit einer "Odyssee im Weltraum"-Komponente gepaart werden. Aber Sport in digital geht absolut klar, meint
*Lou Canova.
Weitere virtuelle Meinungen gibt es exklusiv auf www.metronaut.de - dem Blog, dem die Verstrahlten vertrauen.
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