- Text: Caroline Frey
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Ausmachen!
Am Wochenende habe ich seit Jahren wieder einmal mit der Gestaltung einer Website bzw. einem Blog auseinandergesetzt. Will heißen: Ich habe stundenlang vor irgendwelchen Seiten mit irgendwelchen Codes gehockt, nahezu willkürlich daran rumgeschraubt und gehofft, dass mein Hantieren an style.css und sidebar.php irgendwie und irgendwann zu einem sichtbaren und brauchbaren Ergebnis führt. Parallel dazu habe ich auf meiner Glotze mit einem Auge noch die Leichtathletikwettbewerbe bei Olympia geschaut und nach mehreren Stunden dieser Bildschirmbeschallung plötzlich ganz furchtbar schlechte Laune gehabt. Kein Wunder. Sitze ich doch bei meinem Brot-Job ohnehin schon permanent vor dem Rechner, und jetzt schenke ich es mir mit noch mehr Bildschirmzeit auch noch am Wochenende ein - obwohl ich Dank des mobilen Internets jetzt auch die Möglichkeit nutze, in der U-Bahn vor dem Schirm zu hängen. Kevin Roberts, seines Zeichens Chef der Werbeagentur Saatchi & Saatchi, hat bereits 2005 verkündet, dass wir von nun im „Screen Age“ leben und der Herrscher über die Bildschirme quasi der Herrscher über die öffentliche Meinung ist. Wenn das so ist, wird diesen Herrschern mein frisch gefasster Vorsatz gar nicht schmecken oder gar wie ein Aufruf zur Revolution vorkommen: Es ist an der Zeit, dass wir die Bildschirmzeit wieder runterfahren. Es gibt wahrlich schönere Dinge im Leben als auf einen Monitor zu glotzen. Deshalb: Glotze aus, Rechner aus, Handy aus. Denn die Zeit vorm Bildschirm vergeht nicht nur wie im Flug, sie fühlt sich in der Rückwärtsperspektive auch an, als hätte man Watte gefressen. Luftleer, inhaltsleer. Sobald ich mit GTA ein Stückchen weiter bin, mache ich den Schirm aus. Zumindest so lange, bis die neue Version von FIFA rauskommt. Ich muss gleich mal bei Amazon gucken, ob ich schon vorbestellen kann. Aber dann mach ich das Ding aus, verspricht (was er nicht halten kann)
*Lou Canova
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