unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: zaOza
  • Text: Caroline Frey

zaOza
Sieht so die Zukunft aus?


Fünf Euro. Das sind zwei Fahrkarten für die U-Bahn, nicht mal eine Kinokarte, wenn man Glück hat eine halbe, wenn man Pech hat eine viertel CD, einmal Eintritt in den sally*s Club (mit Flyer), eine Schachtel Kippen, zwei Milchkaffee, fünf Tageszeitungen, zwei Bier, einmal Autoscooter fahren...

Fünf Euro im Monat kostet auch die Mitgliedschaft bei zaOza. zaOza? Man könnte sagen, zaOza ist eine legale Downloadplattform für Musik und digitales Entertainment aller Art. Doch zaOza ist noch viel mehr als das. Das glaubt ihr nicht? Probiert es einfach aus! Das einzige, was ihr dazu braucht, ist ein Rechner mit Internetanschluss, ein mindestens WAP-fähiges Handy und ein bisschen Zeit.

Auf zaoza.de meldet man sich an, indem man seine Handynummer angibt – das dient zum einen der schnellen Identifizierung und zum anderen werden die fünf Euro ebenfalls unkompliziert über die Handyrechnung abgebucht. Und keine Angst vor der Abo-Falle, das Ganze ist monatlich kündbar. Man bekommt dann natürlich keine Musik, Spiele, Videos und andere Downloads aus der HYPEZONE mehr, behält aber die normale zaOza Mitgliedschaft und kann weiterhin auf die bereits herunter geladenen Dateien in MEIN ZAOZA zugreifen.

Hypezone? Mein zaOza? Showrooms? Bevor wir ins Detail gehen, ist es vielleicht nicht schlecht zu wissen, wer hinter zaOza steckt. Ein Blick ins Impressum gibt da schnell Aufschluss: Betreiber der Seite ist Vivendi Mobile Entertainment (VME), das zur Vivendi-Gruppe gehört. Ein führendes Unternehmen der Unterhaltungsbranche in den Bereichen Musik, Fernsehen, Kino, Handy, Internet und Multimedia-Spiele. Warum das nicht unwichtig ist? Nun, zum einen, weil man einem Unternehmen dieser Größe wohl den langen Atem zutrauen kann, den es braucht, um dauerhaft erfolgreich zu sein, zum anderen, weil es mit Universal Music und Vivendi Games sowie dem französischen Pay TV-Sender Canal+ bereits umfangreicher Rechteinhaber ist.

Denn obwohl die Verhandlungen mit zahlreichen weiteren Labels, Verleihern und Publishern noch auf Hochtouren laufen, ist man so bereits jetzt in der Lage, Content anzubieten, der sich sehen lassen kann. Hier mal ein kleiner Ausschnitt aus der schon vorhandenen Künstlerliste: Absolute Beginner, AFI, Amy Winehouse, Black Eyed Peas, Black Rebel Motorcycle Club, Black Sabbath, Bloc Party, Blood Red Shoes, Bob Marley & The Wailers, Culcha Candela, Dashboard Confessional, Deichkind, Dinosaur Jr., Dúné, Editors, Eels, Eminem, Fleet Foxes, Florence & The Machine, Gentleman, Get Well Soon, Guns N’ Roses, Jack Johnson, Jan Delay, Johnny Cash, Johnossi, Kate Nash, Keane, Kiss, Klaxons, Madness, Madsen, Mando Diao, Marilyn Manson, Moke, Morrissey, Muse, Nine Inch Nails, Nirvana, No Doubt, Paul Weller, Placebo, Portishead, Queens Of The Stone Age, Razorlight, Scissor Sisters, Shout Out Louds, Simian Mobile Disco, Snow Patrol, Sonic Youth, Soundgarden, Sportfreunde Stiller, Sublime, Sugababes, Sum 41, The Cure, The Editors, The Fratellis, The Hives, The Killers, The Temper Trap, Tocotronic, Travis, Weezer, Zoot Woman – um mal ein paar zu nennen, die teilweise mit einzelnen Songs, teilweise mit ganzen Alben vertreten sind.

Das alles bekommt man also für fünf Euro im Monat? Genau, aber es wird noch besser. Ihr könnt die Songs, die ihr gerne hättet, nicht nur in „Mein zaOza“ – einem zehn GB großen Bereich herunterladen (auf den ihr mit jedem Rechner, auf dem ihr euch einlogged, zugreifen könnt), sondern auch direkt auf den Rechner, auf dem ihr eingelogged seid und sogar auf euer Handy, iPhone und iPad. Und - nicht oder.

Wo hier der Haken ist? Keine Ahnung. Auch dass die Anzahl der Downloads unterschiedlich limitiert ist, könnte nur auf den ersten Blick ein Problem darstellen. Denn auch bei zaOza kann man Freunde haben, suchen und finden. Ist man mit einem anderen User befreundet, kann man auch in dessen zaOza-Showroom stöbern und downloaden. Wenn man einen Song sucht, der bereits „vergriffen“ ist, wird einem angezeigt, wer ihn noch hat und weitergeben kann. Mit einem Klick kann man freundlich nach einem Share fragen und da das Ganze ja unter dem Motto „Gib und dir wird gegeben“ steht, bekommt man ihn eigentlich immer. Und wenn ihr einen Song oder eine Platte auf eurem Rechner habt, den oder die ihr gerne an einen Freund weitergeben wollt, ist das auch kein Problem. Man kann eigene Inhalte hochladen und an seine Freunde verschicken – legal erworben sollten sie allerdings sein.

Kommen wir nun noch kurz zu den wichtigsten Links: Die sogenannte HYPEZONE ist die Download-Zone, hier finden sich die täglich aktualisierten neuen Inhalte aus den Bereichen Musik, Film, Games und Handyapplikationen, desweiteren Tipps der Redaktion, aber auch eine Übersicht aller zur Verfügung stehenden Künstler. Im Moment läuft die Aktion „Lade dir Legenden“: Bis Ende Juni werden pro Woche drei legendäre und komplette Alben zum Download angeboten. Ein paar Beispiele gefällig? Nirvana, Portishead, Eminem, Kiss, Sonic Youth, Razorlight…

Unter dem Link SHOWROOMS findet man mit den 20 beliebtesten User-Sammlungen eine Einladung zum Stöbern und unter MEIN ZAOZA die eigenen bereits heruntergeladenen Dateien.

Wenn ihr euch jetzt schon fühlt wie der Junkie in der Apotheke, dann sei an dieser Stelle verraten, dass zaOza noch mehr will. Wenn es um digitales Entertainment geht, dann schließt das in diesem Fall nicht nur Klingeltöne und Handybilder ein, sondern meint vor allem auch Spiele fürs Telefon und den PC sowie natürlich auch das Bewegtbild. Musikvideos und erste Clips sowie eine eigens für zaOza produzierte Sendung gibt es schon:

Musik TV, wie es sein sollte: Mit Musik! „White TV“ stellt die Musik in den Mittelpunkt und den Künstler in einen weißen Raum, wo sie Musik spielen - live, pur und akustisch. So simpel ist das. Auch lustig ist die Impro-Comedy-Truppe „Crash Comedy Crew“ aus Berlin, die überall da sind, wo du auch bist. Auch mit an Bord bei zaOza ist Sarah Kuttner, die ab Mitte Juni solche Stars wie Oliver Pocher oder Nora Tschirner „unter die Decke“ bittet. Was es dort zu sehen gibt? zaOza einschalten! TV-Serien und richtige Spielfilme sollen übrigens sehr bald schon folgen.

Wenn das tatsächlich alles so funktioniert wie geplant, wird man die fünf Euro zwar vermutlich schwer dauerhaft halten können, aber dann reden wir hier wohlmöglich von etwas wirklich Neuem.

Ihr könnt das hier alles immer noch nicht so recht glauben? Na, dann verzichtet doch einfach auf eine viertel CD oder eine Packung Kippen und probiert es einfach mal aus...

Text: Caroline Frey
Heimat: zaOza.de
facebook.com/zaOzade


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