unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: Eurosonic
  • Fotograf: Rene Keijzer
  • Text:

Eurosonic
12. bis 14. Januar 2011, Groningen, Niederlande


Ein bloßer Geheimtipp unter professionellen Musikliebhabern kann das Eurosonic in seiner 25. Ausgabe schon längst nicht mehr sein. Keine Viertelstunde dauerte es, bis auch das letzte Ticket zu Europas Vorzeige-Showcasefestival der Livemusik-Branche verkauft war.

Wen wundert es? Flair und Aufopferung der Stadt Groningen für Livemusik während der drei Festivaltage sind unschlagbar. Einzig am Wetter und damit auch an günstigen Wohngelegenheiten (Camping) hapert es Mitte Januar bisweilen, was den Aufenthalt dementsprechend kostspieliger gestalten kann: Die schmuddelige Hausboot-Kajüte kostet schlappe 400 Euro für drei Nächte. Die beschauliche Stadt im Amsterdam-Kleinformat mit ihren knapp 200.000 Einwohnern aber macht es schon durch die bloße Anzahl ihrer schmucken Konzertsäle wieder wett.

Gewürzt von gärigem Bier und Frikandel Spezial aus dem Klappautomaten hält auch die rauchfreie Clubluft niemanden davon ab, die Konzerte (vorwiegend nord-)europäischer Newcomer-Bands zu feiern, selbst wenn diese auf internationalem Boden bislang weitestgehend unbekannt sind. Dass dabei gerade deutsche Künstler wie ds Elektro-Duo Hundreds oder das Elektro-Trio Brandt Brauer Frick – letztere mit eigenwilliger Orchestrierung und vor denkwürdiger Kulisse im Theater Schouwburg – ihr internationales Durchsetzungsvermögen zeigen, ist erfreulich. Souverän und spielfreudig wie immer, zeigen sich auch Turbostaat überrascht vom großen Zuspruch der holländischen Zuschauer. Aus gutem Grund sind sie die einzige Band mit eigenem Merchandising vor Ort.

Während die dänische Band Kellermensch mit ihrem Folk-Goth-Core Rätsel aufgeben, scheint es Skandinavien gern auch mal mit – zugegeben recht unterhaltsamen – Kopien bekannter Nordbands zu halten. Kvelertak müssen direkt der Turbojugend entwachsen sein, die vier Frisuren von Thee Attacks stehen den Hives in nur wenig nach.Großbritannien mit Morphmeister James Blake, den jungen Psychedelic-Bluesrockern Wolf People und nicht zuletzt Anna Calvi zwischen Jeff Buckley, Bonnie Tyler und Chris Isaak weist da schon mehr auf ein vielversprechendes Musikjahr 2011 hin. Neujahr ist und bleibt in Groningen.


ANZEIGE







...zurück



Kontakt -  Impressum -  Mediadaten -  Abo ·  nach oben