- Text: Moritz Honert
- Verlag: Wortart
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WIGLAF DROSTE
IM SPARADIES DER FRISEURE
Sprachkritik ist eine höchst komplizierte Disziplin. Eine der kompliziertesten überhaupt. Und das nicht etwa, weil es so schwer ist, im gedruckten Alltag grammatische Fehlkonstruktionen zu finden. Die Kunst besteht vielmehr darin, nicht ständig in analfixierte Klugscheißerei zu verfallen und seine Mitmenschen mit Belehrungen zu nerven. Zum Beispiel, dass es nicht „nachrecherchieren“ heißt und nicht „Sinn machen“, sondern „Sinn haben“. Ganz frei von solcher Kleinkariertheit sind auch die 30 Texte nicht, die Wiglaf Droste für die hier vorliegende Doppel-CD zusammengestellt hat und in denen er sich über Dampfplauderer mit Handy, Abfallsaft, Pilgerströme, die Bild, Faust und Pippi Langstrumpf auslässt. Ein Paar Perlen sind natürlich darunter, was aber eigentlich egal ist. Denn so wie der Mann lesen kann, mit so viel Melodie und zuckersüßer Verachtung in der Stimme, ist es eigentlich egal, was es er vorträgt. Es ist immer eine Freude.
(2 CDs/rund 150 Minuten)
Text: Moritz Honert
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