- Text: Moritz Honert
- Verlag: WDR/Der Audio Verlag
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DAS HAUS
Will Navidson hat sich verlaufen. Man weiß nur nicht, ob in seinem Geist oder doch nur in seinem Haus. Dort hat der Fotograf nämlich ein mysteriöses Labyrinth entdeckt, das den Rahmen des es umgebenden Gebäudes bei weitem sprengt und sich auch noch zunehmend verändert. Wer es betritt, verschwindet darin – so erzählt es der fiktive Dokumentarfilm „The Navidson Record“, von dem wiederum Mark Z. Danielewski in seinem im Original im Jahr 2000 erschienenen Experimentalroman „House of Leaves“ erzählt. Eine Art „Blair Witch Project“ auf Papier. Auf drei Ebenen zeichnete er Navidsons Film, dessen Analyse durch einen Filmwissenschaftler und das Schicksal eines Aushilfstätowierers nach, der beim Lesen von dessen Nachlass in den Wahnsinn abgleitet. Klingt verwirrend? Ist es. Vergangenes Jahr hat der WDR sich der Geschichte angenommen und daraus drei Hörcollagen gemacht, die er parallel auf drei Radiosendern abspielte. Der Hörer sollte zwischen den Stationen wechseln und sich so sein eigenes Labyrinth bauen. Gleiches ist auch jetzt mit der beim Audio Verlag erschienene DVD „Das Haus“ möglich. Ob das Wechseln zwischen den Geschichten allerdings die Verwirrung und Beklemmung steigert, die die drei knackenden, rauschenden und gelegentlich schwer zu verstehenden Erzählstränge schon alleine erzeugen, oder ob es nicht lohnender ist, die drei hintereinander zu hören, muss jeder selbst für sich beantworten. In jedem Fall eine intensive, wenn auch anstrengende Erfahrung.
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