- Text: Moritz Honert
-
Galerie ansehen
Sonst Erschienen
Sammelbox zum ersten: Unter dem Titel „H.P. Lovecraft - Grusel-Box“ recycelt der Eichborn-Verlag die beiden 2004 und 2006 aufgenommen Produktionen „Dunkle Geschichten“ und „Wälder der Finsternis“. Das Cover erinnert zwar dank des Rabens jetzt eher an Poe als an seinen Erben, die enthaltenen und von der schrägen Musik des „Orchesters der Schatten“ untermalten Lesungen der Sprecher Simon Jäger, Simon Newby und Torsten Sense aber sind nach wie vor Referenzklasse in Sachen HPL.
Sammelbox zum zweiten: Anlässlich der laufenden Lesetour vereint Wort Art in „Der großen, abenteuerlichen und auch mysteriösen Ferienbande Box“ zum ersten Mal alle sechs Folgen der TKKG-Persiflage. Ein bisschen Freude am Pipi-AA-Witz muss man schon mitbringen, wenn man sich mit Bernd, Baul, Bröckchen und Babsi auf die Jagd nach Schmugglern, Terroristen und Phantomen machen will, dann aber wird man als Freund und Kenner diverser Kinderhörspielkassetten das ein oder andere mal Tränen lachen.
ANZEIGE
Trotz des humoristischen Anspruchs eher wenig zu lachen gibt es bei „Butler Parker“ (Zauberstern Records/Alive), der ersten Hörspielumsetzung der von 1953 bis 1992 erschienen Krimiserie mit dem stocksteifen Hobbyermittler. Weil zwar Sprecherprofis wie David Nathan, Lutz Riedel oder Helmut Krauss verpflichtet wurden, ansonsten aber der trashige Ton der Vorlage eins zu eins übernommen wurde, kommen die ersten beiden Folgen „Parker und die weiße Göttin“ sowie „Parker im Netz der Spione“ selten über das Niveau der ihnen zugrunde liegenden Groschenhefte hinaus.
Für Freunde der härteren Gangart startete mit „Clive Barker Mysteries – Hörspiele des Blutes“ (Braintone/Alive) kürzlich die Hörspiel-Umsetzung von Geschichten aus der „Books-of-Blood“-Kurzgeschichten-Reihe des englischen Horror-Regisseurs und Autors. Teil Eins und Zwei, die Geschichten „Moloch Angst“ und „Jaqueline Ess“, entstammen beide dem zweiten Band und sind bluttriefende Ausflüge in die Köpfe von Sadisten und mordenden Wiedergängerinnen. Allerdings schaudert man hier nicht nur wegen der expliziten Gewalt, sondern gelegentlich auch ob der gekünstelten Dialoge: „Danke, hab schon lange kein Gras mehr eingepfiffen“ – so redet nun wirklich kein Mensch.
Du musst eingeloggt sein,
um Kommentare schreiben zu können.
