- Text: Moritz Honert
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edgar allen poe
die grube und das pendel (1) / die schwarze katze (2) / der untergang des hauses usher (3) / die maske des roten todes (4)
Es ist doch eine Krux. Allmonatlich rollen hier die Poe Adaptionen heran und keine schafft es, der Vorlage auch nur annähernd gerecht zu werden. Dieser neuen, bis dato vierteiligen Hörspielreihe, mangelt es nun jedoch weder an einer stilechten Aufmachung, noch an guten Sprechern (Ulrich Pleitgen, Anna Thalbach, u.a.), noch an einem erstklassigen Soundtrack - und damit meine ich nicht das Titellied, das Heinz-Rudolf Kunze und Leo Schmidthals verbrochen haben. Nein, was hier fehlt, ist schlicht und ergreifend der Respekt vor der Vorlage.
Die Rahmenhandlung, in der ein an Amnesie leidender Edgar Allen Poe seine Geschichten träumt, könnte man ja noch durchgehen lassen, wäre nicht so offensichtlich, dass dieser Rahmen mehr der Erzeugung einer verkaufsfähigen Spielzeit, denn einer die Geschichten fördernden Stimmung geschuldet ist. Wenn aber beliebig Personen und Handlungsstränge aus den Geschichten gestrichen bzw. dazugedichtet werden, so dass oft nicht mehr als ein Skelett der Erzählungen übrig bleibt, dann müssen sich die Macher schon die Frage gefallen lassen, was das jetzt noch mit dem morbiden und stets subtil arbeitenden Schrecken der Originaltexte zu tun haben soll?! So wurde beispielsweise die beklemmende Grubenszene aus der Geschichte 'Die Grube Und Das Pendel' gestrichen. Stattdessen gibt es plumpe Splattereffekte, wenn nächtens vollbepackte und bei Poe nirgends erwähnte Leichenwagen durch die Geschichte rollen.
Würde es sich bei dieser Reihe um eigenständige Geschichten handeln, die Kritik wäre sicher milder ausgefallen, schließlich sind die vier Produktionen technisch vorbildlich. Kenner Poes dürften sich von diesen 'Interpretationen' aber schlicht und ergreifend nicht ernst genommen fühlen.
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