- Text: Moritz Honert
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bodo kirchhoff
parlando
'Fabelhafter Erzähler, großartiger Schriftsteller. Eine grandiose Episode nach der anderen.', urteilte Marcel Reich-Ranicki über Bodo Kirchhoff. In genau diesem Episodenhaften aber liegt das Problem dieser Produktion. Auf zwei CDs ist der über 500 Seiten starke Roman 'Parlando' nämlich nicht unterzubringen, weshalb der Autor nur Auszüge vorträgt und diese durch kurze Zusammenfassungen der Rahmenhandlung verbindet. So bleiben dichte und packende Situationen, wie die, in denen Kirchhoff durch die Augen des jugendlichen Protagonisten seine Eltern beim Streiten erlebt, sie später beim Sex beobachtet und letztlich ihre Entfremdung seziert oder jene, in der die Entidealisierung der 68er und der Grünen Partei anhand des Auseinanderbrechens einer Freundschaft thematisiert wird. Leider bleibt es aber bei diesen Szenen. Als Hörer kann man sich des Eindrucks nicht erwähren, nur Splitter präsentiert zu bekommen, während das große Ganze vorenthalten bleibt und die volle Tiefe des Romans nicht ausgelotet wird. Das ist, trotz großer Erzählkunst, letztlich reichlich unbefriedigend.
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