- Text: Moritz Honert
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johann wolfgang von goethe
Faust vs. Mephisto
Nachdem die 'Deutsche Grammophon' bereits in der Vergangenheit 'Popstars' mit dem Lesen neuerer Literatur beauftragte (siehe unclesally*s #91), ist diesmal ein Klassiker, wenn nicht DER Klassiker an der Reihe. Thomas D, seines Zeichens Mitglied der Fantastischen Vier und Bela B, Schlagzeuger der Ärzte (ich beuge das, jawohl!), lesen Auszüge aus Faust. Um gleich zum Punkt zu kommen, wirklich überzeugend ist das nicht geworden.
Zum Ärgernis wird die Produktion einerseits durch die kommentarlose Aneinanderreihung von Ausschnitten. Da wird angerissen, übersprungen und gekürzt, dass nur recht zusammenhanglose Fragmente bleiben. Zum anderen durch den Vortrag der beiden Sprecher mit den kurzen Nachnamen. Beide lesen den Text nämlich mehr, als dass sie ihn spielen würden, was im Ergebnis oft laienhaft und künstlich klingt. Herr B, der den Mephisto gibt, hat seinem schwäbischen Kollegen dabei zwar noch einiges voraus, mit Ruhm bekleckert aber auch er sich hier nicht. Fazit: Lieber selber lesen. Die Ausgabe in den kleinen, gelben Büchern kommt komplett und dürfte sogar billiger sein.
Und noch etwas, werter Herr Dürr. Dass Goethe seinen Faust, hätte er ihn heute geschrieben, als Rap verfasst hätte, bezweifele ich mal ganz stark. Beim Verfassen dieser Aussage dürfte jemand sein eigenes Werk und Wirken ganz gewaltig überschätzt haben.
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