- Text: Moritz Honert
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reading stars
H.P. Baxxter liest Thomas Bernhard
Lautes Lachen oder ungläubige Verwirrung waren die häufigsten Reaktionen auf die Ankündigung dieser Veröffentlichung. H.P. Baxxter, berühmt und berüchtigt als Frontmann der Kirmes-Techno-Kapelle Scooter ('How Much Is The Fish') liest Thomas Bernhard, seines Zeichens 1989 verstorbener Verfasser des ätzenden aber pointierten Weltekels! Abrechnung mit der Gesellschaft meets Großraumdisco? Zweifel am Gelingen dieses Experiments schienen angebracht. Nun sollte man sich hüten, einen Schaffenden mit seinem Werk zu verwechseln und Baxxter nur aus seiner Vorliebe für Bass-unterstützte debile Phrasendrescherei jegliche Fähigkeit zur intellektuellen Auseinandersetzung mit Literatur abzusprechen. Seinem Vortrag aber mangelt es, wie befürchtet, an so ziemlich allem, was professionelles Sprechen ausmacht. So lauscht man mit gebanntem Entsetzen, wie er ein gutes Duzend frühe Kurzprosatexte, zwei längere Erzählungen und die Büchnerpreisrede (mit ganz viel Echo) in nasalem Norddeutsch zersägt und beweist, dass auch ein 'Gescheitert, gescheitert' klingen kann wie 'Hyper, Hyper'. Trotzdem muss man gestehen, dass seine Begeisterung für die Sache bei aller Inkompetenz doch authentisch wirkt. Der Auftakt der neuen 'Reading Stars'-Reihe bleibt nichts desto trotz eine sehr, sehr seltsame Angelegenheit. In Vorbereitung übrigens: Sabrina Setlur liest Kafka. Höre ich da jemand verwirrt lachen?
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