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Bild: Doppelt Doppeltgemoppelt
  • Text: Yessica Yeti
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Doppelt Doppeltgemoppelt
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Das Lieblingsprodukt aller Bäckereien in diesem Land sind frische Brötchen. Damit der dumme Konsument weiß, dass es in Bäckereien frische Brötchen gibt, hängen sich die Aufbackstuben Plakate ins Fenster, auf denen steht: „Frische Brötchen“. Und jetzt eine Frage: Warum zur Hölle machen die das?

Was bitte sollten die denn sonst verkaufen? Frische Lappen? Schimmeliges Brot aus den Achtzigern? Knochenharte Brötchen aus der Steinofenzeit? Und was bedeutet eigentlich „TÄGLICH frische Brötchen“? Sind die NOCH frischer als die frischen?

Viele Menschen können schreiben. Aber die Dummen schreiben am größten. Plakatgroß! Also hängen sie Zettel auf wie: „Freundliche Verkäuferin gesucht.“ Solche Zettel sind SEHR wichtig, denn die meisten Geschäfte suchen natürlich extrem UNFREUNDLICHE Verkäuferinnen, die mit Hass in den Augen die Kunden anschreien und dabei ins Ladenlokal kacken. Welche arbeitssuchende Einzelhandelskauffrau rechnet schon damit, dass sie FREUNDLICH sein soll? Keine natürlich!

Ein Restaurant in meiner Nachbarschaft wirbt mit einer „kinderfreundlichen Spielecke“. Hier müssen die Kinder nicht mit Glasscherben spielen und Porno-Videos gucken. Sehr schön! Im Küchencenter gibt es „Schöne Küchen“ und auch „Praktische Küchen“ und im Matratzen-Lager „Bequeme Matratzen“. Kaum noch zu finden: „Steinharte Schlafunterlagen“ und „Grottenhässliche Küchen ohne Schubladen-Griffe“. Auch im Schuhgeschäft gibt es jetzt „Für jeden den richtigen Schuh“. Nie wieder müssen Männer mit Fick-Mich-Stiefeln in Größe 36 rumlaufen (es sei denn, sie wollen unbedingt). Es gibt „Gesundes Gemüse“, „Heiße Würstchen“, oder endlich auch: „Heiße Hot-Dogs“ Yeah! Frage: Warum gibt es eigentlich nirgends kaltes Eis?

Im Bio-Laden sind die Sachen „Echt Bio“ und im Döner-Imbiss gibt es „Original italiensche Pizza“. Fälschungsgesichert! Mit Wurstwasserzeichen und Müssülini-Hologramm. In vielen Gaststätten wird wieder „Gepflegtes Pils“ angeboten. Das ungepflegte Pils mit den zotteligen Haaren bekommt man fast nirgendwo mehr. Beim Büdchen am Eck gibt es „Softdrinks ohne Alkohol“ und der „Spätkauf“ hat auch „Abends geöffnet“. Besser noch: Der Kiosk „Tag und Nacht“ hat (und jetzt kommt’s!) „24 Stunden geöffnet!“. Hurra! Und die Pizzeria „Lieferservice“ (ja - so heißt die!) hat auch einen...na? …LIEFERSERVICE! Yessa!

Kommt das Essen bei einem Imbiss eigentlich langsamer als im „Schnell-Imbiss“? Was ist der Unterschied zwischen einem Friseur und einem „Cut and go“? Muss ich beim normalen Friseur übernachten? Darf ich da nie wieder weg? Sollte es nicht viel mehr neue Neuwagen und gebrauchte Gebrauchtwagen geben? Und Frauenmagazine für Frauen? Wie wäre es mit einem Biergarten mit Bierausschank? Oder einer Hundeschule für Hunde? Ich will einen Geldautomaten mit Bargeldausgabe, ein autofreundliches Parkhaus, einen Puff mit Nutten, kalte Kaltgetränke und einen Gynäkologen NUR FÜR FRAUEN.

Nächste Woche gibt’s bei mir im Kiez eine „Open-Air-Demonstration“. Keine Ahnung, was das sein soll. Aber ich glaube… ich geh da nicht hin.

Yessica Yeti


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