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Bild: Chicken-Dance mit Schweinchen Dick

Chicken-Dance mit Schweinchen Dick
Yessica Yeti's Screenshots


Ich kaufe Milch. Am liebsten kaufe ich Milch mit Bildern von Kühen drauf. Ich mag die lachende Kuh und die grasende Kuh-Familie vor dem Bergpanorama. Aber am liebsten mag ich die coolen Kühe mit den Sonnenbrillen auf der Schülermilch. Die sind stark!

Fleischproduktion, Massentierhaltung, Tiertransporte - allen Tieren geht es prächtig! Da reicht ein Blick auf die H-Milch, die Käse-Packung oder den vorbeifahrenden Kühltransporter. Überall wo Muh und Mäh gehalten, herumgefahren, geschlachtet, verkauft oder verspeist werden, erblickt man Bilder strahlender Tiergesichter. Es wird gelacht, getanzt und gehüpft, dass die Federn nur so flattern.

Am besten geht es den Hühnern. Auf dem Transporter eines Hähnchen-Frischgrills lachten mich die Comic-Hühnchen letztlich nicht nur fröhlich an, nein, sie tanzten! In einer langen Reihe standen sie, wedelten mit den Flügeln, warfen ihre Schenkelchen in die Luft und tanzten Cancan. IN dem Wagen reisten ehemalige hühnische Variete-Tänzerinnen, die zu alt geworden waren, ihren Beruf länger auszuüben und sich deshalb selber freiwillig der Nahrungsmittel-Produktion übergeben hatten. Hühnerbrust statt Tittenshow. Chapeau!

Vor meiner Stamm-Metzgerei, in die ich ungefähr einmal im Leben gehe, steht eine lachende Sau mit einer Kochmütze. Auch dieses Schwein hat seinen eigentlichen Job hingeschmissen. Als Koch wusste es natürlich genau, wie gut es schmeckt. Irgendwann ließen sich dann Beruf und Berufung nicht mehr miteinander vereinbaren. Also beschloss es, die Kochmütze und sich selbst an den Nagel zu hängen. Jetzt lebt es seinen Traum - als Leberwürste.

Oft sieht man Bilder von Ferkelchen, die sich Essbesteck in den Körper gesteckt haben und dabei vor Freude quieken. Sauische Selbstmordattentäter und Iss Lammisten sind in Großschlachtereien keine Seltenheit. Nur die wenigsten Tiere kommen hier von Menschenhand um. Die meisten sterben als fanatische Glaubenstäter, die den Freitod im Kampf für „die gute Sache“, und „den guten Geschmack“ selbst wählen.

Eine Ansammlung fröhlicher Menschen nennt man einen „Hühnerhaufen“, in dem alle „gackern wie die Hühner“. Warum? Hühner sind enorm gesellig! Nur die extreme Enge der Käfighaltung kann deshalb als wirklich artgerechtes Wohnen bezeichnet werden. Dass hier dann auch noch das Essen automatisch vorbei gefahren kommt und Hühner nie das Klo abziehen müssen, ist natürlich ein Leben wie im Traum. Chicken Wellness! Wie schön wäre es für UNS, wenn wir nicht mehr zu McDrive fahren müssten, sondern McDrive zu uns gefahren käme, in der dritten Etage am Schlafzimmerfenster halten und uns die Chicken Nuggets direkt ins bereits vollgekackte Bett werfen würde. Aber mit der Massenmenschhaltung sieht es hierzulande ja eher düster aus. Und Bilder von glücklich tanzenden Menschen auf Autos und Häuserwänden will ja wahrscheinlich auch niemand sehen.

Yessica Yeti


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