- Text: Yessica Yeti
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Twitter
Wer zu faul ist, zu laufen und zu hässlich, um Freunde zu finden, ist Teil eines sozialen Online-Netzwerkes. Jetzt stellen englische Wissenschaftler fest: 40% aller Twitter-Kommunikation ist "sinnloses Geschwätz". Nur 37% aller "Gespräche" auf Twitter sind überhaupt Dialoge. Der Rest ist geistloses Geposte, Spam und Gesundheitszustandsberichte von völlig Fremden und deren Haustieren. Na, dann ist ja alles gut!
Denn mit immerhin nur 40%iger Sinnlosigkeit übertrifft Twitter den Informationsgehalt eines Gesprächs in der so genannten "realen Welt" um Längen! Ein gängiges Partygespräch, beispielsweise, besteht nur zu 30% aus verwertbaren Informationen. Der Rest sind peinliche Paarungsanbahnungsrituale, Hirnaussetzer und erzählen, was man im Fernsehen gesehen hat. Ein Smalltalk unter Einsatz von “Unnützem Wissen“ aus dem Berufsjugendmagazin NEON hat sogar nur 17% Info-Gehalt. Wer jetzt noch einen oralen oder nasalen Entspannungsbeschleuniger obendrauf packt, sitzt dann sofort in der völligen Informations-Parese. In diesem Zustand findet interessanter geistiger Austausch zwischen den Kommunizierenden nur noch statt, wenn jemand hustet. Damit gilt das Online-Vogelhaus Twitter ab sofort als wissenschaftliches Forum und ist gemeinsam mit seinen Freunden MySpace, StudiVZ und Facebook („War grad kacken! Wer auch?“) DER virtuelle Elite-Think-Tank des Planungsbüros für unsere Zukunft. Zwitsch!
Kennt ihr das? Ihr kommt heim. Erste Frage: „Na? Biste schon zu Hause?“. Dann antwortet ihr NICHT: „Mann, hör auf, meine ADHS-Tabletten zu fressen, reiß die Augen auf und überleg, was die EINZIGE sinnvolle Erklärung dafür ist, dass ich JETZT hier vor dir stehe. JAAA. ICH BIN ZU HAUSE!!!“ Stattdessen sagt ihr „Mh“, und geht rein. Das ist unser Leben. Beim Bäcker, beim Schlittschuhlaufen, beim Sex – der Mensch kommuniziert in der Aneinanderreihung informationsleerer Wortwürste. Anschließend antwortet jemand mit ähnlichem Blödsinn und dann hat man zehn Brötchen, zwei Finger ab und einen Orgasmus - ist aber genauso doof wie vorher. „Na, wie geht’s?“ „Muss. Und du?“ „Auch!“ Und währenddessen sitzt Dr. Kawashima gemütlich in seiner Gehirnjogginghose auf der Couch und guckt Tittenrateshows.
Hier drei Gesprächsprotokolle aus dem Land der dichten Denker. Alle abgehört und abgeschrieben von mir persönlich. Ich will euch keine Angst machen, aber ihr solltet wissen, wie es um uns bestellt ist.
Er und Sie im Supermarkt. Er: „Sollen wir Zwiebelkuchen machen?“ Sie: „Ja, aber ich glaube, da braucht man irgendeine Art Zwiebeln zu.“ Andere Menschen, anderer Supermarkt. Man trifft sich zufällig. Sie: „Und ihr? Einkaufen?“ Er: „Ja. Und ihr?“ Sie:„Wir auch!“ WOW! Und jetzt: Doofe im Supermarkt Teil III. Sie: „Sahnejoghurt. Ahhh!“ Ihre Freundin: „Was issn das?“ Sie: „Joghurt mit Sahne gemischt.“ Die Freundin: „Ahhh! Das hört sich aber lecker an!“
Ich geh’ jetzt Twittern. Der Hund von Miley Cyrus hat schlimme Sommersprossen. Ich schätze das wird spannend.
Yessica Yeti
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