- Text: Yessica Yeti
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DMAX
Alles Schlechte dieser Erde wurde von Männern gemacht. Tschernobyl, Harrisburg, Columbine, Winnenden, der Ballermann, die Atombombe, der Atombusen, die DDR, die FDP, Guidos Westerwelle, Terrorismus, Donaldismus, Apfelismus, Pädophilie, Geometrie, Johnbonjovi, der weiße Hai, der Gelbe Punkt, die blaue Ersatzflüssigkeit, und Nagellackentferner, der leider immer wie Nagellackentferner riecht. Das alles ist das Werk von Männern! Schlimm. Trotzdem fragt man sich immer, wenn man beim Herren-Sender DMAX reinzappt: „Wie haben es Menschen, die so etwas gucken, geschafft, die Atombombe zu bauen?“
Das Prinzip Mono-Kultur ist einfach: Im Buchladen gibt’s Bücher, in der Damenwäscheabteilung gibt es keine. Gehst du in ein Fachgeschäft für “Alles rund ums Tier“, gibt es dort “Alles rund ums Tier“ und lädt dich ein Mädchen in eine Eisdiele ein, esst ihr am Ende wahrscheinlich Eis. Genauso verhält es sich mit Spezial-TV-Sendern. Auf Comedy-Central wird gewitzt, auf Sportsendern geschwitzt, und auf Musikkanälen läuft… naja, das war früher mal so.
DMAX heißt die TV-Boyzone aus der Herrenhandtasche und hier gibt es alles, für das Männer Männchen machen. Die DMAX-Chirurgie hat das komplizierte Gehirn des Maskolus kunstfertig seziert, analysiert und daraus einen Programm-Fahrplan gebastelt, der alle Bedürfnisse der Herrenrasse komplett befriedigt. DMAX ist der televisuelle Futterplatz des wildlebenden Patriarchen. Wer dmaxt, ist versorgt. Und zwar folgendermaßen: Zum Frühstück gibt's ’American Hot Rod’ und ’Die Ludolfs’, dann ’Monstergarage ’, ’Street Customs’, und anschließend zwei Folgen von ’Der Checker - Viel Auto für wenig Geld’. Nach ’Auto Motor Sport TV’ und ’Tuning Alarm - Jo motzt auf’ kommen vier Folgen ’Das Tuning Duell’, dann ’Overhaulin’ - Aufgemotzt und Abgefahrn’ und bei ’DMAX-Doku’ gibt es Investigatives: ’Auf Achse - Die Männer von der Spedition’. Abgerundet wird das Ganze mit zwei Serien darüber, wie man Häuser zerstört und Tätowierungen wieder wegbekommt. Fertig!
Eins wird deutlich. Der Mann an sich vereitelt die Evolution geschickt, indem er nie und niemals auf zwei Beinen geht. Er fährt nur! Wie sein Lieblingssender besteht der Homer Sapiens zu 80% aus Auto, der Rest sind Baugeröll und Tätowationen. Theoretisch müsste man kranke Männer in der Kfz-Werkstatt abgeben können. Männer lesen keine Bücher. Sie fahren weder Rad noch Skateboard. Kein Mann treibt Sport. Kein Mann guckt Fußball. Nie! Männer hören keine Musik. Sie essen nicht und sie kochen nicht. Männer haben auch keine Familien. Eventuell haben sie Frauen, die eine Familie haben. Sie selbst aber haben keine. Doch jetzt die Sensation: Männer trinken keinen Alkohol. Und sie haben keinen Sex! Jedenfalls nicht auf DMAX. Das Klischee vom wild wedelnden Phallisten, der jedes Astloch besamt, was nicht bei drei im Sägewerk liegt, ist gestorben und begraben. Endlich sind wir emanzipiert! Oder impotent.
Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was DMAX bedeutet. Ich hab auch keine Ahnung, ob euch jemand guckt. Ich hoffe nicht. Aber, warum heißt ihr eigentlich nicht BRUMM? Klingt doch viel besser oder? BRUMMMM. Geschenkt!
Yessica Yeti
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