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  • Text: Yessica Yeti
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iNames


Der Erfolg von Apple-Produkten liegt darin begründet, dass sie auch von Menschen bedient werden können, die sich ansonsten für Computer und Elektroschnickschnack nicht interessieren (Frauen). Sie passen genauso gut zu Jeans und T-Shirt, wie zum Achtzig-Retro-Berlin-Look oder einem Boss-Business-Blouson in hellweiß oder dunkelschwarz. Ein MacBook passt zu fast jeder Handtasche! Apple Produkte sehen gut aus und wir sehen gut aus, wenn wir sie mit uns rumtragen. Aber das Wichtigste ist: Sie haben schöne Namen!

iMac, iTunes, iPod und iPad – so heißt Design. Kein Mensch will etwas haben, das Toshiba Satellite Pro L350 oder HP Pavilion dv6-3299eg Entertainment PC heißt. Abgesehen davon, dass man sich das nicht merken kann. Asus U36JC-RX081V – da hört man schon, dass es scheiße aussehen muss. Nichts, was hübsch ist, heißt LG P500 Optimus One to go. Nichts, was Begehrlichkeiten hervorruft, heißt Lena Mayer-Landrut. Ich will kein HTC 7 Mozart und kein HTC TyTN II. Was ich will, ist ein iPad, ein iPhone und ein MacBook. Meinetwegen auch ein MacBook Pro.

Das Auge isst mit! Deshalb hat sich der Apfel sein Design schützen lassen. Dooferweise aber nicht das “i“ vor seinem Namen und so darf jeder Hanswurst seinen hässlichen Ramsch jetzt iRamsch nennen und als Designerware verkaufen. Und genau das tut Hansi iWurst jetzt auch!

Die neueste Waschmaschine von Siemens heißt iDos. Sie ist weiß. Wie ein iPod. Aber das war sie vorher auch schon. Ansonsten ist sie hässlich wie eh und je und wie alle Waschmaschinen dieser Erde. Es gibt einen iBike Fahrradcomputer, einen iJoy Massagesessel, den iDog und den iDogDance. Es gibt die iCat, den iFish und den iBear Handyhalter. Handyhüllen heißen jetzt iTape und Computertastaturen iTouch. Im iJump-Entertainmentcenter in Birmingham gibt es Spaß den ganzen Tag, nicht nur für weiße Familien, und obwohl es den iFuck Vibrator noch nicht gibt, arbeiten gerade vier Firmen gleichzeitig daran, ihn zu entfickeln. Mein Vater hat sich einen Hyundai i30 gekauft und ich überlege gerade, ob ich mir ein iBed für mein iHome zulege, wo ich mich mit meinem iGirl schön iNkuscheln kann. Auch immer noch undesignt, aber jetzt mit desigtem Namen: Die Polaroid iZone Kamera, die iGuitar, der iBob MP3-Player und die Orthomol iCare Mikronährstoffversorgung. Es gibt iClean Autopflegeprodukte, einen iClean Bildschirmreiniger und iClean Kontaktlinsenflüssigkeit. Ei-Eye-i.

Jetzt kommt ab Februar 2011 bei ALLEM, was weiß ist, ein “i“ davor. Aus Ei wird i, aus Spiegelei wird iSpiegel, aus Schnee wird iSchnee und im Winter fahren wir zum Rodeln in die iFel. Jetzt ist alles schon viel hübscher! Auch der andersfarbige Müll bekommt dann eine Designertaufe. Der iMer, der iSbär, die deutsche iChe, die türkische iSche, der iYran der iRish Coffee, der iNlauf, der iTer, das iS und die iSdiele und natürlich iGlo, iKea, iMobilienscout24 und das iÜberraschungs. Äh?

Das “i“ war bislang auf Platz 3 der BRD-Buchstaben-Charts und der vierthäufigste Anfangsbuchstabe. Ich denke - das hätte sich hiermit erledigt!

Yessica iYet (gesendet von meinem Toshiba Satellite Pro L350-175)


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