- Text: Yessica Yeti
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Grazia
Von allen Zeitschriften, die ich nicht lese, lese ich die GRAZIA am häufigsten nicht.
Laut Wikipedia bezeichnet Journalismus „die periodische publizistische Arbeit bei der Presse.“ Besonders periodisch wird natürlich bei Frauen-Magazinen gearbeitet. Und wie der Name dezent andeutet, ist die GRAZIA eine Frauenzeitschrift. Frauen kaufen keine Zeitschriften mit Männernamen. Männer sind oft doof zu Frauen und deshalb trauen Frauen Männern nicht. Kein Mädchen würde die JÜRGEN, die JOCHEN oder die NORBERT kaufen. Die BRIGITTE dagegen kaufen Lisa und Petra gern.
Wie keine andere ihrer Kolleginnen greift die GRAZIA in die heißen Glätteisen von Life and Style: Schminken. Schuhe kaufen. Schleife binden. Haare kämmen, Horrormone und Hodensäcke - alles wird hier schonungslos und reich bebildert für das kürzere Geschlecht aufbereitet. Glanzvoller Höhepunkt und journalistischer Meilenstein dieses Jahres: Die Ausgabe 10 mit einem entlarvenden Nachbericht der Oscar-Verleihung: „Eine Oscar-Verleihung ohne falsche Wimpern? Ist wie Schnee im Sommer – einfach undenkbar!“ Gut, dass das mal raus ist!
OK. Schnee im Sommer. Das wäre schon was! Gerade in L.A. oder in Libyen. Es gäbe Millionen Menschen, die zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee sähen. Und Streusalz! Es wäre das einzige Thema in den Nachrichten und der Titel jeder Zeitung dieser Erde. Es wäre ein Wunder. Es wäre romantischer als "Pretty Woman" und die halbe Menschheit würde auf der Straße tanzen. Kinder und andere kleine Menschen würden verloren gehen und nach Tagen aus dem Nichts wieder auftauchen. Es wäre ein Feiertag. Für immer. Weltweit! Jährlich würden schwule Paraden um den ganzen Globus den „Snowday“ feiern. Es würden neue Spezies entstehen, Hunde umlackiert (weiß!), Speisen aus Schnee gekocht und Obamba würde als Snowbama wieder und wieder gewählt. Es wäre einfach UNBESCHREIBLICH. Aber es wäre natürlich ein FUCK gegen eine Oscar-Verleihung ohne falsche Wimpern! Hallo?
Ohne falsche Wimpern gäbe es nämlich keine Oscars. Es gäbe kein Hollywood, keine amerikanische Filmindustrie und keine USA! Anne Hathaway: Falsche Wimpern! Shrek: Falsche Wimpern! E.T.? Falsche Wimpern! Kermit? Komplett aus falschen Wimpern gestrickt! Ronald McDonald hat als Gründer der USA seit seiner Geburt künstliche Permanent-Wimpern! Meisterwerke wie "Toy Story“, "Monster AG“ und "Findet Nemo“ hätten ohne den Einsatz von Kunstwimpern nie entstehen können. Auch die Wimpern des Haupt-Darstellers in "Der weiße Hai“ sind nicht echt! Der Verschleiß von falschen Wimpern, alleine bei Chewbacca, hat die Produktion von "Star Wars“ so viel Geld gekostet, dass R2D2 und C3PO erst gar keine Wimpern bekommen haben. Bei "Das Dschungelbuch“, so heißt es sogar, sollen alle Wimpern nur gemalt sein! Und Bambi war gar kein Reh, sondern der umtätowierte Schauspieler, der 1941 schon den Elefanten Dumbo zu einem Welterfolg gemacht hatte. Diesmal mit Eyelash Extensions.
Freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn es in der GRAZIA dann heißt: „Eine Oscar-Verleihung ohne falsche Titten? Ist wie Fuckochina ohne Atombusenkraft – einfach undenkbar!“
Yessica Yeti
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