radio brennt
Wer gerne wissen möchte, wie sich eine Operation bei geöffneter Schädeldecke ohne Betäubung anfühlt, sollte nachmittags mal Fernsehen schauen. Schon nach wenigen Minuten beginnt dieses Kribbeln im Hirn, dass man alles vergisst, auch weswegen man Mensch und nicht Bergziege ist. Nachmittags im deutschen TV das heißt: ganz unten - ganz hinten - im Arsch! Wer in diesem Moloch, vor oder hinter der Kamera, sein berufliches Zwischenlager gefunden hat, darf seinen Job nicht länger als 1,5 Jahre ausüben, ansonsten wird ihm automatisch der Hauptschulabschluss wieder aberkannt. Schon nach drei Jahren fester Beschäftigung in der TV-Krise verwandeln sich dann die verbliebenen Hirnmoleküle in das, was sie eigentlich immer waren, sonst hätte man den Job ja nicht bekommen: in Müller Milchreis mit Waldbeeren-Geschmack! German TV tut weh! Wer aber diesen Schmerz mag und eigentlich gerne mehr davon hätte, dem sei dieser folgende Tipp unter die Urlaubspalme gelegt:
Leih' dir ein Auto mit eingebautem Radio, nimm keine Tapes, keine CDs und keinen Mp3-Player mit und fahr einmal die Strecke: Köln-Hamburg-München-Stuttgart und hör dir an, was das Land der Dichter und Denker für dich da am Lenker in den Äther haut! Radiohören übersaugt alles! Die Königsdisziplin: Doppelmoderationen von Schrumpfhirnen. Radio-Asse lesen ganz spontan selbstgebaute Witze vom Blatt ab: 'Wie war?s im Urlaub Marion?' 'Heiß!' 'Da hättest du auch hier bleiben können, in Apolda war doch Feuerwehrball.' Hahaha. Da kommt vor lauter Lachen sogar ein bisschen Stuhl mit raus! 'Möchtest du noch jemanden grüßen?' 'Au ja!!' 'Na gut, aber normalerweise haben wir das hier nicht so gerne!'
Das Musikprogramm mit den größten Hits der Siebziger, Achtziger und dem Besten von heute stammt nahezu ausschließlich aus den B-Archiven der polnischen Mafia 'Du spielst Lied - wir beschützen Auto!' oder Shakira, Anastasia, Jeanette & Shania Twain legen persönlich auf. Da wird Frauenfeindlichkeit zur Ehrensache!
Mein ewiger Liebling in den Radiocharts des Grauens war eine Lieder-Wunschsendung aus dem Radioentwicklungsland Hessen, der folgendes Prinzip zu Grunde lag: Die Hörer wendeten sich mit nur marginalen Informationen über ihren Wunschsong an den superblitzgescheiten Moderator, der dann trotz schlechter Beschreibung und letztklassigen Vorsingversuchen IMMER heraus bekam, um welches Lied es sich handelte. Anschließend wurde die Nummer dann gespielt. Mein persönlicher Höhepunkt verlief folgendermaßen: 'Welches Lied wünschen sie sich denn?' 'Ich weiß nicht genau, wer das singt, aber das muss wohl ein schwarzer Sänger sein und ich glaube der ist auch Blind!' 'Oh, das hört sich nicht so einfach an!' 'Ja, ich weiß. Der Text geht irgendwie so: I just come... to see... I loooove you!' 'Mmmh - das kenne ich auch nicht. Am Besten geben wir das mal an den Frank vom Archiv weiter, der findet das bestimmt!'
Na dann doch lieber lesen während der Fahrt!
Yessica Yeti
PS: Liebe Olympiafreunde, liebe Damenhockeygirls! Dass sich immer mehr Sportlerinnen für den Playboy ausziehen, ist weder zwingend noch unbedingt komisch. Quasi via Geburtsurkunde zur Nacktfotografie VERPFLICHTET ist man natürlich dann, wenn man 'Fanny Rinne? heißt. Da wollen dann ja auch alle mal gucken! Danke, Funny.
PS2: Einen noch! Wer ist Ruderin und sitzt im deutschen Frauenachter vorne? Na? Lenka Wech!
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