BIG STAR BOARDERWEEK
DER PURE WAHNSINN
Wenn rund 5000 Snowboarder kollektiv über eine Trabantenstadt mitten in den französischen Alpen herfallen und das Skigebiet für eine Woche okkupieren, dann ist 'Big Star-Boarderweek' in Val Thorens.
Mit Superlativen wurde nicht gegeizt: Das fetteste Snowboard-Event im größten Skigebiet der Welt (so der Prospekt vom Fremdenverkehrsbüro) war angesagt. Da musste natürlich auch ein SALLYS-Team dabeisein (an dieser Stelle noch mal ein Dankeschön an den Reiseveranstalter 'Kölner Club'). Nach einer äußerst anstrengenden 19-stündigen Fahrt im sogenannten Hotelbus (an Schlaf war in der engen Koje kaum zu denken), kletterte die Kiste über eine verschneite Serpentinenstrecke ins 2300 Meter hoch gelegene Val Thorens. Zum Glück hatte der Kumpel vom Busfahrer die Ketten geschweißt, wie der uns mit sonorer Stimme über die Sprechanlage mitteilte. Beruhigend. Leider war die Odyssee jedoch noch nicht beendet. Es dauerte tatsächlich noch einmal geschlagene vier Stunden, bis wir endlich im Appartement eingecheckt waren. Kein Wunder, wenn mehrere hundert Leute zur gleichen Zeit an der Rezeption erscheinen. In anderen Hotels lief es wohl besser, doch wir hatten so ziemlich den größten Betonklotz im ganzen Ort erwischt. Faszinierend, wie riesig die Bettenburgen hier sind. Val Thorens ist eigentlich ein künstliches Gebilde, nur darauf ausgelegt, möglichst viele Touries direkt auf dem Berg unterzubringen. Bei einem Blick von unserer Veranda ließ sich der Reisestress dann auch schnell wieder vergessen. Nun lag eine Woche Snowboarden vor uns, verbunden mit jeder Menge Events und Parties. Leider wollte das Wetter zunächst nicht mitspielen. So präsentierte sich der Himmel an den ersten zwei Tagen windig, grau und Nebel verhangen, weshalb der angesetzte Boardercross erstmal ausfiel. Außerdem war die Hälfte der Lifte nicht in Betrieb, was zur Folge hatte, daß sich Unmengen von Leuten im Tal rund um den Ort auf die Füße traten. Hatte ein bisschen was von einem Ameisenhaufen. Wenigstens konnte man sich nicht über Schneemangel beklagen, Val Thorens versank regelrecht in der weißen Pracht. Am dritten Tag hatte Petrus ein Einsehen und ließ immer öfter die Sonne raus. Das hatte zur Folge, dass man auch die höher liegenden Lifte benutzen konnte und sich die riesige Meute von Wintersportlern auf das gesamte Skigebiet 'Les Trois Vallées' verteilte. Endlich freie Sicht und Fahrt in einem wirklich riesigen Gebiet mit allen Schikanen, welches das Boarderherz höher schlagen lässt. Auch Big-Air und Boardercross konnten nun stattfinden, zogen jedoch leider nicht allzu viele Zuschauer an, weil die meisten lieber selbst das gute Wetter zum Fahren ausnutzten. Dafür waren die beiden Konzerte der FANTASTISCHEN VIER proppevoll, und auch die Parties in den örtlichen Discos gingen allabendlich gut und lange ab. Das bedeutete für viele Kids, dass sie erst mittags aus der Kiste kamen und auf der Piste leicht müde wirkten. Wir bezeichneten diese Schneebrettfahrer liebevoll als 'Mallorca-Boarder' und verzogen uns in andere Ecken des Gebiets. So verging die Woche dann auch relativ schnell, für Abwechslung war ja gesorgt. Leider gestaltete sich auch die Rückfahrt wieder relativ stressig und lang, so dass unser Busfahrer schon das Handtuch werfen wollte (was er uns wiederum über die Sprechanlage wissen ließ, der Spaßvogel). Alles in allem ist die Boarderweek eine gute und billige Gelegenheit für partyhungrige Kids, eine Woche lang in einem der geilsten Skigebiete den Schnee abzusurfen. Schließlich kostete der Spaß, inklusive Skipass wohlgemerkt, gerade mal 333 Mark. Wer es ruhiger mag, nimmt nicht jede Party mit und verzieht sich am nächsten Morgen früh genug in die Weiten des riesigen Skigebiets 'Les Trois Vallées'. (nopper)
Bildunterschrift: Unser Team vor Ort Photocredits: Christoph Leib, Alexander Neuhoff.
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