INDOOR SNOWBOARDING
BUDENZAUBER
Alles grau, draussen regnets, und kein Alpen-Urlaub in Sicht! Was tut ein echter Brettsportler, wenn er eigentlich nichts tun kann?
Eine Antwort lautet Indoor-Snowboarding. Der 'Gletscher', die erste Hallen-Skipiste Deutschlands, befindet sich in Berlin (und das schon seit knapp zwei Jahren!). Dort kann man auf Laufbändern mit Snowboard oder Skiern seine Schwünge ziehen. Die Piste läßt sich individuell auf die Fähigkeiten des Fahrers einstellen. Was sich so einfach anhört, erwies sich im Praxistest als gar nicht so leicht. So war ich ganz froh über die Einweisungs-Tipps von Snowboardlehrer Scheuni. Man muss extrem hart in die Kante gehen um sich auf der feuchten Matte zu halten. Legt man das Brett flach, geht eine richtige Schussfahrt ab. Doch Vorsicht! Schon nach zehn Metern ist das Band zu Ende und man rast in die Begrenzungsstange. Deshalb muss man sich daran gewöhnen, mehr oder weniger auf der Stelle zu agieren, während das Band unter einem hindurch rauscht. Überhaupt läuft im Gletscher gar nichts ohne Lehrer ab, der bei einem Sturz sofort das Band stoppt, was dem Ganzen natürlich mehr einen Kurs-Charakter gibt. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Klientel der 'längsten Skipiste der Welt' zu 70% aus Skifahrern besteht, die ihre Kenntnisse und Kondition verbessern wollen. Aber auch Anfänger sind gut beraten, denn der Lernerfolg auf der künstlichen Piste ist erstaunlich hoch. Gemütlich pausieren kann man an der Bar, wo es auch alpine Spezialitäten wie Jagertee gibt. Fazit: Dem versierten Snowboarder kann die Halle natürlich nicht den Berg ersetzen, aber Spaß macht das Laufband schon mal so nebenbei. Dem Anfänger und Lernenden ersetzt die Kunstpiste teure Skischultage und als Fitnessgerät fürs Ausgleichs- und Trockentraining ist die Anlage besonders für Skifahrer sehr geeignet.
Auch für die Freunde der rollenden Bretter gibt es seit kurzem eine Gelegenheit, wo sie sich nicht nur bei schlechtem Wetter austoben können. Die 'Fo(u)r-Wheels' Skatehalle, die sich einigermaßen versteckt auf dem Hinterhof des bekannten Clubs 'Casino' befindet, bietet eine Streetsektion mit Quarterpipes, Banks, Wallrides, Rails und Funbox. Sie wird vom 1. Berliner Skateboardverein e.V. betrieben und stetig weiter ausgebaut. Der Eingangsraum, der zur Zeit noch wie die Lagerstätte eines chaotischen Altholzhändlers aussieht, soll z.B. irgendwann mal eine Miniramp-Landschaft beinhalten. Damit die Skater versichert sind und außerdem weitergebaut werden kann, sind alle Dauerbenutzer aufgefordert, dem Verein beizutreten. Aber auch Nicht-Mitglieder können gegen eine Gebühr die Rampen shredden. Drinks müsst ihr allerdings selbst mitbringen, denn solch ein Luxus wie eine Bar, oder einen Kiosk gibt es hier nicht. Überhaupt hat das Ganze einen ziemlichen Underground-Charakter, ein Treff von Skatern für Skater. Außer ein paar Werbebannern sieht die Halle relativ trist aus, die reine Action ist angesagt. Hier klackern und rattern die Boards und man kennt sich. Kein Wunder also, dass die 'Fo(u)r-Wheels' Skatehalle nur den Rollbrettfahrern vorbehalten ist: Inline-Skater sind hier nicht erwünscht! (nopper)
INFOKASTEN GLETSCHER Indoor-Skipiste, Berliner Str.21, 13187 Berlin (nahe S-Bhf. Pankow), täglich 10-20 Uhr, Kurse ab 39,- Mark, Gruppentarife, Material & Service, Bar, Hotline: tel. 479 98 13, Internet: http://www.der-gletscher.de FO(U)R WHEELS Skateboardhalle, Saarbrücker Str.36-38, 10405 Berlin, täglich 15-21 Uhr (sonntags geschlossen), Eintritt 8,-/ermässigt 5,- Mark, Mitgliedschaft im Verein (freier Eintritt) 40/25,- Mark monatlich, 1.Berliner Skateboardverein, Mierendorffstr. 25, 10589 Berlin, tel. 44 34 03 64, e-mail: scheune@musicflash.com.
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