- Text: Holger Hoffmann
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crashed ice
11.1. Klagenfurt
Es ist so eine Krux mit der Gruppendynamik. Der eine trinkt Cola, der andere lieber einen Milchshake. Dein bester Freund will Hallen-murmeln gehen, obwohl du doch lieber zur Gymnastikstunde möchtest. Ein Problem, das dich nichts anzugehen scheint? Weit gefehlt. Denn egal, wie hart man doch ist, es gibt immer einen, der noch härter zu sein scheint. Gut, du bist Snowboarder, aber dein bester Kumpel fährt Boarder-Cross! Er fährt Inlineskates und du Downhill. Scheinbar hat die gemeinsame Freizeitgestaltung trotz gemeinsamer Interessen keine Chance. Einer macht stets noch waghalsigere Dinge als man selbst. Was bleibt, ist die Kreation neuer, scheinbar nicht zu toppender Aktivitäten. Doch dazu etwas später.
Es ist seit langem bekannt, dass man während des Snowboardurlaubs keine langweiligen Videofilme schauen soll. Aber was will man machen, wenn man - oh Graus - da unten wohnt? Zwangsläufig wird man früher oder später einen schlechten Film zu Gesicht bekommen. Ist nun auch noch das Remake von 'Rollerball' darunter, der Alkohol billig und die Gram über die vereiste Piste vom Vortag noch groß, dann, ja dann kommt man auf Ideen wie den 'Red Bull Crashed Ice'-Contest. Warum nicht einmal die Bretter gegen die alten Kufen aus dem Keller austauschen und sich, entsprechend gepolstert, die Tücken der Piste zu Nutze machen? So geschehen im Januar 2001 in Stockholm. Über 70 Starter aus Nordeuropa machten sich auf, nach 300 atemberaubenden Metern den besten unter sich zu küren. Was blieb war viel Spaß, eine nicht näher bezifferte Anzahl blauer Flecken und das alte Problem des Übertreffens eines solchen Events. Letzteres soll genau ein Jahr nach der erfolgreichen Premiere im Land der Idee dieses Events gelöst werden. Am 11. Januar werden sich auf der Klagenfurter Schleppen Alm an die hundert Starter eine 400 Meter lange Strecke hinunter stürzen. Aus blankem Eis, gespickt mit hinterhältigen Details wie Steilkurven, Wellen und Schanzen bietet sie gerade genug Platz für vier Starter, die gleichzeitig gegeneinander antreten. Zwar sind harte Bodychecks verboten, 'leichter' Kontakt hingegen wird jedoch nicht geahndet. Die beiden Erstplatzierten eines jeden Laufes kommen eine Runde weiter, bis schließlich die letzten vier um Ruhm und Ehre schlittern. Dass es hier allerdings härter zugehen wird als damals auf dem vereisten Schulweg, beweist ein Blick in das Regelwerk. Die Minimalausrüstung besteht aus einem Helm mit Kinnschutz, Hals-, Knie- und Ellbogenschutz sowie Schulterprotektoren und Eishockeyhosen. Wer glaubt, hart genug zu sein, meldet sich bis zum 3. Januar unter www.redbullcrashedice.at an. Ich gehe jetzt in die Videothek.
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