- Text: Marion Pinkpank
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RED BULL DISTRICT RIDE 2006
MOUNTAINBIKES EROBERN DIE STÄDTE
4. & 5.8. Nürnberg
Alte hohe Stadtmauern, enge Gassen und steil abfallende Treppenstufen - da schlägt das Herz jedes Freeriders gleich schneller.
All das gibt es in Nürnberg und deshalb wird auch in diesem Jahr der Red Bull District Ride abgehalten. Einer, der dort mit seinen Tricks und waghalsigen Sprüngen gerne die Zuschauer begeistern würde, ist Tarek Rasouli. Er war einer der weltbesten Mountainbiker, bis er sich vor knapp vier Jahren bei einem Filmstunt-Sprung den ersten Lendenwirbel brach und seitdem im Rollstuhl sitzt. Die Hoffnung, irgendwann selbst mal wieder auf dem Bike zu sitzen, hat er noch nicht aufgegeben. Dennoch ist seine Liebe zu dieser Sportart ist ungebrochen, und so organisiert er dieses Urban Freeride Event, bei dem nur die Topfahrer der Freerider-Szene an den Start gehen werden.
Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Mountainbiken und Freeriden?
Der wesentliche Unterschied besteht in der Location, denn das Rad ist das gleiche. Mountainbiken macht man im Gelände, vornehmlich in den Bergen. Urban und Street wird in der Stadt gemacht. Man fährt eigentlich genauso wie im Gelände auch, nämlich so, wie man will. Die Fahrer drücken sich mit ihrem Rad aus, es werden Tricks gemacht und bestimmte Moves, die einem Spaß machen. Du fährst irgendwo bergab und machst da gewisse Sprünge - im Gelände über Felsen, in der Stadt über Treppenstufen oder von Mauern. Natürlich wird der Event in der Stadt dann noch aufgebaut, das heißt, es werden noch zusätzlich Hindernisse eingebaut oder Landungen extra gemacht, damit die Fahrer noch bessere Tricks machen können.
Also raus aus der Natur, rein in die Stadt. Warum? In der Natur habt ihr doch eher eure Ruhe.
Die kommen einfach zurück in die Stadt, um diesen Sport auch der Allgemeinheit ein bisschen näher zu bringen und um zu zeigen, was man damit alles machen kann. Ganz ehrlich, fast jeder hat doch so ein Mountainbike zu Hause stehen, aber nicht jeder weiß, wie cool das sein kann. Dass man es zu mehr benutzen kann, als nur von A nach B zu fahren.
Auf der einen Seite also Anschauung, Aufklärung, aber auf der anderen Seite seid ihr doch bestimmt auch geil auf Applaus?
Natürlich. Man will eine gute Show zeigen. Die wird zwar manchmal auch schon in den Bergen gezeigt, aber da bekommen es nicht so viele Menschen mit, vielleicht höchstens 2.000 bis 3.000 Leute. In der Stadt haben die Fahrer ganz andere Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Letztes Jahr waren 40.000 Zuschauer in Nürnberg und haben sich den Event angeschaut. Ich hoffe, es werden dieses Jahr noch mehr.
Was ist das Besondere an dieser Sportart?
Auf jeden Fall das Freiheitsgefühl, draußen an der frischen Luft zu sein, egal ob jetzt in der Stadt oder im Gelände. Vor allem in den Bergen kann man sich gut austoben. Nicht auf den normalen Wanderwegen, sondern auf den mittlerweile auch schon angelegten Strecken oder in Bike-Parks. Die jüngere Generation der Mountainbiker macht das auch gerne in der Stadt, weshalb sie dann Street- oder Urbanfahren gehen. Ganz wichtig ist auch dieses Gefühl, eins mit dem Fahrrad zu sein, sich Tricks anzueignen, einzuüben und dir selbst was zu beweisen, wenn du etwas Neues schaffst. Es ist schon ein bisschen ein Draufgängersport (lacht).
Bei dem auch sehr viel riskiert wird. Muss man schon etwas verrückt sein, um ein ganz großer Fahrer zu werden?
Natürlich ist Freeriden schon eher etwas für denjenigen, der gerne einen Adrenalinschub bekommt, der Geschwindigkeit will, und der will, dass der Boden so ein bisschen unter ihm weggeht, wenn er einen Felsen oder eine Mauer runterspringt. Dazu muss man schon eine gewisse Affinität haben. Es ist eine Extremsportart, eine Actionsportart, bei der die Grenzen nach oben hin offen sind. Der Sport entwickelt sich die ganze Zeit weiter und man weiß nicht genau, wo das Ende ist, beziehungsweise ob es überhaupt eines gibt. Es wird sich einfach über Jahre hinweg weiter entwickeln. Erst neulich hat einer einen doppelten Rückwärtssalto gesprungen, den es so bei einem Event oder Contest noch nie gab. So was geht dann schon in die Mountainbikegeschichte ein.
Vielleicht wird es ja auch Anfang August in Nürnberg noch nie da gewesene Sprünge zu sehen geben. Spektakulär wird es auf jeden Fall, wenn sich die besten Fahrer in unterschiedlichen Districts den anspruchsvollen Hindernissen stellen müssen.
Heimat: redbulldistrictride.com
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