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Bild: KEIN LEICHTER JOB

KEIN LEICHTER JOB


Ein leichter Job ist es nicht, alljährlich die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit organisieren zu müssen. Einerseits soll die Schönheit des Landes gezeigt werden, andererseits handelt es sich um Gebiete wie Hessen, Sachsen-Anhalt oder Schleswig-Holstein. Als ob das etwas miteinander zu tun hätte! Entsprechend sahen die Feierlichkeiten bislang immer aus: Bayerisches Starkbier, hessischer Äppelwoi, Nordhäuser Doppelkorn - und dann müssen die Patrioten vom Roten Kreuz zur Ausnüchterung geführt werden. So ging das 15 lange Jahre, seit im Herbst 1990 mit dem 3. Oktober ein neuer Nationalfeiertag eingeführt wurde.
Früher war ja alles anders. Im Westen erinnerte man an ein Geschehen im Osten und ließ am 17. Juni an der Mauer Kränze ablegen. Im Osten ließ man so coole Gestalten wie die Angehörigen der Kampfgruppen der Arbeiterklasse vor einer Holztribüne auf- und abmarschieren, bis der Klassenfeind recht erschrocken war.
Beide Ideen wurden nicht in das vereinigte Deutschland hinübergerettet. Weder die Mauer noch ihre mutigen Verteidiger existieren noch. Aber beides, Mauer und Verteidiger, sind Begriffe, die im Fußball überlebt haben. Das muss den armen Schweinen, die dieses Jahr den Tag der Deutschen Einheit organisieren sollten, auch aufgefallen sein. Denn in diesem Jahr ging es vor allem um Fußball und das 'Sommermärchen', das Sönke Wortmann bei der WM gefilmt haben will.
Fußball, das lehrt uns der neue nationale Rausch, ist so etwas wie Bockbier und Doppelkorn, hält nur länger.


Martin Krauß ist Redakteur des Fußballmagazins RUND


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