Rund
Der Winter ist da, das Sommermärchen hat sich als das entpuppt, was ein Märchen ist: ein Quatsch, der vorbeigeht. Statt amerikanischen Ausdauertrainern, die unsere Jungs Gummitwist hüppen lassen und all dem anderen Tinnef, mit dem ein blonder Amerika-Immigrant monatelang die stolze deutsche Nation malträtierte, wird wieder gebolzt und gegrätscht. Der Abstiegskampf ist ausgerufen. Sogar Udo Lattek, der beim DSF immer so verärgert guckt, als habe die Kellnerin sein siebtes Bier vergessen, ließ verlauten, er habe schon Anfragen erhalten. Gras beißen, Arschbacken zusammenkneifen: Modernste Motivationsmethoden feiern ihr Comeback.
Christoph Daum ließ auf die Melodie von Freddy Quinns "100 Mann und ein Befehl" den 1. FC Köln singen: "30 Mann und nur ein Ziel. Und ein Weg, den jeder will. Fern von zu Haus' ist uns einerlei, denn ich bin bei den 30 Mann dabei."
Das ist das Ende alle Sommerhits. Trainer, die gestern noch in der Bundesliga den modernen Systemfußball lehrten, sind heute in der dritten Liga (Rangnick), arbeitslos (Rapolder), bald in der dritten Liga (Finke) oder bald arbeitslos (Finke). Visionäre kann man die jetzt tätigen Übungsleiter nun nicht gerade nennen: Petrick Sander von Energie Cottbus, Michael Frontzeck von Alemannia Aachen, Michael Skibbe von Bayer Leverkusen, Friedhelm Funkel von Eintracht Frankfurt - da steht die Null. Und zwar am Spielfeldrand.
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Ist es wirklich so schlimm? Läuft denn alles auf Brüllerei zum Pausentee hinaus? Auf "30 Mann und nur ein Ziel" zur Wehrmachtsgedächtnismelodie? Nein, Rettung ist in Sicht: Peter Neururer hat immer noch keinen Verein.
Martin Krauß
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City Light Thief, Love A
18.02.2012
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