Adidas Skateboard Clash 2007
16. bis 18. März, Skatehalle Berlin
Mitte März wird es für die Freunde des Rollbretts spannend, dann nämlich treffen sich insgesamt 85 geladene Profi-Skater aus ganz Europa in Berlin, um beim inzwischen dritten ?adidas Skateboard Clash? in den Disziplinen Halfpipe, Street und Bowl gegeneinander anzutreten. Außerdem sind noch zwölf Nachwuchs Starter dabei, die sich am ersten Veranstaltungstag, dem 16. März, zur Teilnahme am Streetcontest qualifizieren können.
Teilnehmen werden unter anderem der ?Game Of Skate World Champion? Alex Mizurov, das adidas-Skateteam mit Lem Villemin und David Lee Young und der Red Bull Athlet Mack McKelton. Auch der amtierende Europameister (Halfpipe/Bowl) Jürgen Horrwarth vom Trap-Team wird um den ein oder anderen Sieg fahren. Vorher allerdings hat er uns und allen, die nicht so genau wissen, was denn nun ein Bowl ist, noch ein paar Fragen beantwortet:
Wie funktioniert professionelles Skateboarding?
Profiskater zu sein bedeutet in erster Linie, mit Skateboarden seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Da es keine Uni oder Ausbildung gibt, bringt man sich alles selbst bei und legt somit die Grundsteine für eine Karriere. Geld verdient man in der Regel durch Sponsoren und Preisgelder auf Contests.
Wie lange skatest du denn schon? Und konntest du dir damals vorstellen, Profi zu werden?
Ich skate seit fast 20 Jahren und es ist schnell zu einer meiner Leidenschaften geworden. Allerdings hatte ich damals keine Ahnung, dass es so etwas wie eine professionelle Skateboardszene überhaupt gibt und wie weit man sich darin entwickeln kann.
Wie sieht dein Trainigsprogramm aus?
Im Endeffekt gibt es für mich kein Training im herkömmlichen Sinne, da ich bereits über die Hälfte meines Lebens übe. Ich fahre zwar möglichst täglich, lege dabei aber nicht unbedingt Wert darauf, meine Leistungen auf Contests zu verbessern. Meistens gehe ich lieber gemeinsam mit Freunden streetskaten, obwohl ich mich eigentlich auf einen Halfpipe-Contest vorbereiten sollte.
Was verbirgt sich eigentlich hinter den Worten Halfpipe, Bowl und Street?
Das sind die verschiedenen Disziplinen im Contest-Geschehen, ich lasse mich allerdings nicht auf eine davon reduzieren. Mit Streetskaten habe ich angefangen. Für mich ist das der Ursprung vom Skateboarden: einfach nur die Straße runterfahren und Freiheit erleben oder an geeigneten Stellen urbane Architektur mit Tricks erschließen. Die Rundungen und die Vertikale machen die Halfpipe für mich zur Königsdisziplin: einfach fliegen! Der Bowl ist eigentlich ein nachempfundener Swimmingpool mit Rundungen, er verbindet Elemente aus Street und Halfpipe mit einem Element des Wellenreitens.
Was sind die beruflichen Herausforderungen?
Die Herausforderungen liegen für mich in einer seltsamen Mischung aus Geschäftstüchtigkeit als selbstständiger Sportler, kreativem Skateboarding und natürlich einer gewissen Leistung. Sponsoren, die einem den Lebensunterhalt finanzieren, wollen verständlicherweise eine angemessene Gegenleistung. Darüber hinaus muss ich mich um die meisten meiner beruflichen Herausforderungen selbst kümmern. Ich organisiere Reisen zu Contests selbst, helfe bei der Entwicklung neuer Produkte und dann gibt es noch ein breites Spektrum an weiteren Engagements, wie z.B. für die Skatehalle Berlin.
Welche Rolle spielen die Contests?
Contests sind nicht das wichtigste für das Skateboarding, aber sehr wichtig für viele professionelle Skateboarder. 2006 war für mich ein gutes Contestjahr, obwohl ich zweimal verletzt war. Der Europameistertitel war eine schöne Sache, ist aber für mein Skateboarding nicht unbedingt bedeutend. Ich freue mich aber schon wieder auf den ?Adidas Skateboard Clash 3?. Dort werden die Halfpipe-Fahrer in der Red Bull-Rampe das erste Mal in Deutschland mit dem eben fertig gestellten Skatelite-Belag verwöhnt. Ich selbst habe den Edelbelag zusammen mit Jörg Schaller von Skatepark Project verlegt.
Was ist mit Verletzungen?
Verletzungen nimmt man in Kauf, einfach weil man das Skateboarding so liebt. Ich habe mir vor fünf Monaten den Fuß gebrochen und musste operiert werden. Ich habe mit dem Skaten gerade erst wieder begonnen.
Was steht an?
Eigentlich wäre ich nächste Woche nach Neuseeland auf einen Contest geflogen, um danach in Australien auf Tour zu gehen. Aber ich habe mich entschlossen, den Fuß erst mal richtig ausheilen zu lassen und mich um andere Dinge zu kümmern.
Interview und Fotos: Adam Sello/www.anzeigenberlin.de
clash@skatehalle-berlin.de
VVK-Hotline 030/29362966
Skatehalle Berlin
Revaler Str. 99,
10245 Berlin
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