- Text: Ina Göritz
- Label: SonyBMG
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Glasvegas
Glasvegas
Mit Anlauf gehen Glasvegas aufs Ganze. Genau eine Minute Zeit lässt uns ihr Opener "Flowers And Football Tops" - vom Absprung bis zum Eintauchen in die schottische Vorstadt. Und bevor die vier Glasgower mit ihrem Debütalbum "Glasvegas" beginnen, ein Portrait davon zu zeichnen, wie es kein noch so deprimierender Ken Loach-Streifen besser abbilden könnte. Hier geht es nur noch bergab, bis es so weh tut, dass es schon wieder egal ist. Sänger und Ex-Fußballprofi James Allan nuschelt Songs von ermordeten Teenagern, die nicht mehr nach Hause kommen, überforderten Sozialarbeiterinnen, verlorenen Vätern und der eigenen Atemlosigkeit. Und das ist schlimmer, als es klingt. Denn Glasvegas schaffen durch die so oft zitierte Wall Of Sound nicht nur Platz, sondern auch Hoffnung. Sie verneigen sich vor dem opulenten Girlgroup-Sound der Sixties ebenso wie vor der düsteren Besinnlichkeit von The Jesus And Mary Chain und klauen auch sonst wie die Raben: Kinderlieder und Reime, Oasis-Zitate und halbe Sonaten. Und es funktioniert. Die Faust bleibt nicht in der Tasche, sondern geht in die Luft.
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