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Bild: Elektro-Kolumne

Elektro-Kolumne
Alt bewährt - und trotzdem frisch


Schon klar: das Jahr ist noch jung und alles freut sich auf Neuanfänge und Veränderungen. Aber manchmal ist eben auch das am besten, was sich längst etabliert und bewährt hat. Bestes Beispiel dafür sind die französischen Digital-Elektro-Pioniere von Dat Politics. "Mad Kit" (Chicks On Speed) ist schließlich schon das vierte Album des Trios - und macht mit seinen brillanten Spielereien mehr Spaß denn je. Auch ihr Landsmann Mr. Oizo enttäuscht nicht. "Lambs Anger" (Ed Banger/Alive) stammt zwar noch aus dem vergangenen Jahr, ist aber trotzdem der Rede wert. Vielleicht nicht sein allerstärkstes Stück, aber definitiv irrsinnig und partytauglich genug, um auch 2009 jedes Haus zu rocken. Wer hätte damals gedacht, dass dieser gelbe Fetzen aus der Jeans-Werbung noch mal so viel Freude bringen würde?!
Wo wir gerade bei seit Jahren verlässlich guten Feierfreunden sind: auch die Chicks On Speer enttäuschen mit der Beach Boys-inspirierten Single"Super Surfer Girl" (Chicks On Speed) und vor allem den Remixen von WhoMadeWho und Christopher Just schon wieder nicht. Höchstens weil das neue Album noch immer auf sich warten lässt. Absolut nichts schief geht auch bei Joakim, der sich auf "My Best Remixes" (Tigersushi/Alive) an ohnehin schon Grandiosem wie Annie, Late Of The Piers, Alter Ego oder Tiga austobt. Nur nicht an Kylie Minogue, die deswegen für ihr Remix-Album "Boombox" (EMI) Fisherspooner, Mylo oder die Chemical Brothers an den Start schickt. In den meisten Fällen erweist sich das Ergebnis als gelungen, aber selten ist es besser als der legendäre New Order-Bootleg "Can't Get Blue Monday Out Of My Head".
Selbst wer dieses Jahr sein Debütalbum vorlegt, ist nicht zwingend noch grün hinter den Ohren. Die Disco-Poprocker von Situation Leclerq traten immerhin schon mit Zoot Woman, The Robocop Kraus oder Datarock auf. Mit der fantastisch leichfüßigen Indie-Partyperle "Glaxö" (Alison/Cargo) sind sie aber auf jeden Fall der frischeste Geheimtipp der Stunde. Dicht gefolgt von Jesse Rose, der sonst als DJ in der Panorama Bar begeistert und mit "What Do You Do If You Don't" (Dubsided) das wahrscheinlich überbordenste, albernste und mitreißendste Dance-Album des Moments hinlegt. Viel Spaß machen aber auch Smith & Smart, die auf "Disko Massaker" (Smith & Smart/HHV) von Freundeskreis und KrissKross über Queen und Michael Jackson bis zu Nena, Pink und Technotronic einfach alles zu einem Party-Potpourri verrühren, was irgendwen irgendwann mal zum tanzen gebracht hat. Womit übrigens auch wieder bewiesen wäre, das Altbewährtes eben nie vergeht!


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