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Bild: White Lies
  • Text: Fabian Soehtof
  • Label: Universal
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White Lies
To Lose My Life


Es wäre zu einfach, die White Lies scheiße zu finden. Ja, ihre morbide Post-Punk-Ästhetik haben sie von Joy Division kopiert. Richtig, das haben Kollegen wie Interpol, Editors oder Franz Ferdinand auch schon hingekriegt. Und ja, die White Lies erschlagen uns und Indie-England förmlich mit solchen Referenzen. Eben darum aber funktioniert ihr bombastisches Debüt "To Lose My Life" ja - weil es als ein einziges Pop-Zitat aus Post-Punk anno 1979, Rock um 1992 und Indie 2003 verstanden werden darf - und sich doch ein eigenes Gesicht erschafft.

Die White Lies, drei mit einem Gespür für Hooklines gesegnete Jungs Anfang 20, bringen Teenager-Albträume in die Disco und auf die große Bühne - und sie wissen um ihr Talent zur Inszenierung. Die Gitarre mauert mit dem Synthesizer um die Wette, der tiefwummernde Bass flankiert Harry McVeighs Organ, das on top Drohgebärden wie "Let's grow old together - and die at the same time" beängstigenden Platz einräumt - und im gleichen Moment steht fest: Die White Lies werden nicht das nächste große Ding. Sie sind es bereits. Auch wenn sich in zehn Jahren niemand mehr daran erinnern wird.


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