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Bild: Gallows
  • Text: Fabian Soehtof
  • Label: Warner
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Gallows
Grey Britain


Spätnachts vor der dunklen Küste Englands. Ein Unwetter zieht auf. Wasserplätschern. Rauschen. Die Wellen schlagen höher. Streicher. Ein Jaulen. Kein Zweifel: Gleich steigen Roland Emmerich und Godzilla aus der See. Dann bläst ein anderer los: "The Queen is dead and so is the crown!" - "London Is The Reason" heißt der Anfang dieses Endes; Frank Carter, tätowierter Frontgnom der giftgallekotzenden Gallows aus Hertfordshire, erstickt in seinem Nekrolog zur Lage der Nation jede Spur von Optimismus im Keim und ließ nie weniger Zweifel an seinem unbedingten Hass auf das Land, das seine Band hochgespült hat. "Grey Britain", die Antithese zum hedonistischen Pop-Königreich der Neunziger und vertonte Exekution seiner Überlebenden, rezitiert die Sex Pistols, Motörhead, Streetpunk-Chöre und Double Bass-Hardcore und ist nach "Orchestra Of Wolves" das zweite Statement der Gallows, das nur in seiner konzeptuellen Konsequenz vermarktbar ist. "And I wanna be anyone in the world but me" grölt Carter - und fühlt sich in Wahrheit in seiner Paraderolle als Dissident hörbar wohl. Die Insel geht unter und die Gallows thronen als hässliche Fratze auf dem Mast des Buckingham Palasts.

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