unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: Manchester Orchestra
  • Text: Thomas Müller
  • Label: Sony
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Manchester Orchestra
Mean Everything To Nothing


Nachdem das Debüt bei uns gar nicht erscheinen durfte, beamen uns Manchester Orchestra nun im zweiten Versuch zurück in eine Zeit, als Indie-Rock laute, dissonante Gitarren bedeutete, Emo-Bands noch Punk waren und lustige Namen wie Jawbreaker oder Texas Is The Reason hatten. Du glaubst, das war doch erst gestern, findest Styler noch immer uncool und „Pinkerton“ ist sowieso die beste Weezer-Platte!? Dann könnte das dein Album des Jahres sein. Mit bemerkenswerter Leichtigkeit und ohne irgendwie altbacken zu klingen, schafft es das junge Quintett um den blasphemischen Pfarrerssohn Andy Hull, die Essenz der alternativen Gitarrenmusik der frühen Neunziger zu destillieren und zeitgemäß zu verpacken. Hulls Stimme geleitet uns sicher über ruhige Folk-Akustik-Täler bis zu den verzweifeltsten Noise-Schrei-Brocken. Das Beste ist, dass das Ganze auch ohne Grunge-Sozialisation funktioniert, denn der Hymnenappeal von Songs wie "I've Got Friends" oder "Everything To Nothing" ist zeitlos. Das hier ist keine einfache Blaupause, kein Revival - das ist Grunge 2.0! Im Kosmos von "Mean Everything To Nothing" finden eben nicht nur Nirvana und Weezer, sondern eben auch Brand New, die Weakerthans oder Two Gallants eine Nische. Ein Gesamtkunstwerk!


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