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Bild: Dendemann
  • Text: Timo Richard
  • Label: Yo Mama/Four/Sony
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Dendemann
Vom Vintage Verweht


Der Dendemann hat jetzt die Haare schön und trägt auch Pornobalken. So ist das eben, nicht nur "Brigitte"-Leserinnen flankieren neue Lebensphasen mit neuen Frisuren. Während sich einige seiner Kollegen aus der ersten Generation des deutschen HipHop aus Pietätsgründen lieber ins Singer-Songwriter-Land verabschiedet haben, wehrt sich Dendemann standhaft gegen die totale Bushidosierung seiner originären Kultur und macht ein reflektiertes Rap-Album.
Im programmatischen Starter "Nesthocker" reimt und knödelt er, als ginge es um seine Seele, während er gleichzeitig musikalisch die Fesseln des mittlerweile unangenehm ausgeleierten Genres abwirft und mal Surf-Rock versucht. Genauso setzt sich das Album fort. Die altbekannte HipHop-Pose trifft auf den ernst gemeinten Versuch, sich von den ewig gleichen Bums-Bässen zu lösen. Und siehe da - es funktioniert. "Vom Vintage Verweht" gerät so zum Abgesang auf eine Ära, zur Liebeserklärung an ein Genre und zum mutigen Blick in die Zukunft.


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