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Bild: The National
  • Text: Boris Mischke
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The National
High Violet


Kaum einem Album wurde in diesem Jahr mit so hohen Erwartungen entgegengefiebert wie diesem. Parallel zum Auftauchen einer beachtlichen Anzahl wackeliger Handyvideos im Netz, entbrannte eine wilde Blogdebatte darüber, ob "High Violet" die Fortsetzung des zurückhaltenden "Boxer"-Sounds sein würde oder die Reinkarnation des kathartischen "Mr. November".

The National haben es geschafft, alle auf ihre Kosten kommen zu lassen. Denn auch, wenn Matt Berningers wütender Aufschrei aus "Alligator"-Zeiten beeindruckend melodiösem Gesang gewichen ist und die düster-verhaltene Melancholie des Vorgängers in Stücken wie "Sorrow" und "Runaway" perfektioniert wird, finden sich in "Terrible Love" oder "Bloodbuzz Ohio" die emotionalen Gegenpole, in denen sich die angestaute Energie in ausufernder Gitarren- und Schlagzeugarbeit entlädt. Jeder dieser elf Songs, mal puristisch, mal komplex mit Chören, Streichern und Bläsern, überzeugt durch seine Dramaturgie und bohrt sich mit jedem Hören tiefer ins Herz.
Berningers Bilder bleiben erwartungsgemäß rätselhaft. Innere Leere und bedrohliche Fluten treffen auf hoffnungsvolle Unbezwingbarkeit. "High Violet" gleicht einem Taumel zwischen Schmerz und Glückseligkeit mit offenem Ausgang. Ist es nun schön oder furchtbar, wenn es am Ende heißt: "All the very best of us/ string ourselves up for love"? Vielleicht wird er es uns ja irgendwann erklären, uns, den "Geeks".
Text: Boris Mischke



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