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Bild: Interpol
  • Text: Marcus Willfroth
  • Label: Soft Limit/Cooperative/Universal
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Interpol
Interpol


Interpol haben sich selbst ausgetrickst. Ihr neues, gleichnamiges Studiowerk bleibt auch nach dem Ausstieg des musikalischen Masterminds Carlos Dengler das eigentliche Highlight im Kosmos dieser Band - mit oder ohne ihn, so schrecklich schön rockte es nie zuvor.

Es erstaunt, dass die Hälfte der Songs vom vierten Interpol-Album beständig im Gestern wühlt, während der zweite Teil zeigt, was die Zukunft bringen könnte: Vergangenheitsbewältigung und die Flucht nach vorn sind demnach auch die zentralen Themen eines Meisterstücks, wie es die New Yorker so selten hinbekommen haben. Da wäre der stampfend rockende Opener „Success“, der klar vom Bassspiel des Abtrünnigen Carlos Dengler dominiert wird, das darauf folgende „Memory Serves“, welches das Tempo herausnimmt, dröhnende E-Gitarren auffährt und dann - natürlich - die komplette zweite Hälfte von „Interpol“, die dort ansetzt, wo der Vorgänger „Our Love To Admire“ 2007 aufhörte: Bei wilden Arrangements, komplexen Soundstrukturen und großen Gesten.

Kurz nach Fertigstellung dieser hermetisch abgeriegelten Platte war die Band nur noch ein Trio, und doch beweisen Interpol, dass sie neben Arcade Fire die derzeit größte Indie-Band des Planeten sind. Wo hört Macht auf? Hier fängt Macht an.


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