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Elektro
Kolumne


Eigentlich sind Namen natürlich Schall und Rauch, aber manchmal treffen sie den Nagel eben doch auf den Kopf. Bon Homme etwa beweist mit seinem gleichnamigen Debütalbum (Motor/Rough Trade), dass er in der Tat ein Guter ist. Überraschen sollte das allerdings nicht, denn hinter dem Pseudonym steckt der Däne Tomas Hoffing, seines Zeichens Sänger und Bassist von WhoMadeWho. Deren Indie-Rock-Flavor hat er hier außen vor gelassen und, zumindest für einige Tracks, das Tempo gedrosselt. Stattdessen ist echter Disco-Pop angesagt - und der ist bei Bon Homme so überzeugend, dass er wie momentan kaum ein Mann in einer Liga mit Robyn und Co. spielen darf.

Ebenfalls Programm ist der Name bei den Friendly Fires, deren loderndem Feuer man ja schon seit einiger Zeit freundlich gesonnen ist. Ihre Vorliebe für elektronische Clubmusik treiben die drei Rocker auf "Bugged Out! presents Suck My Deck" (!K7/Alive) noch einen Schritt weiter als auf ihren Studioalben. Für dieses DJ-Set mischen sie fröhlich House, Synth-Pop oder Rock-Hymnen von Kollegen wie BDI, Lindstrom & Christabelle oder George Kranz und steuern zusammen mit Azari & III auch einen brandneuen Track bei. Friendly, indeed! Und wo wir gerade bei sprechenden Namen sind: ein Duo, das sich selbst und sein Album "We Love" (BPitch Control) nennt, und dann auf den modernisierten Spuren von Italo-Disco tatsächlich Elektro-Pop abliefert, den man einfach lieben muss, darf hier nicht unerwähnt bleiben.

Mitunter können Namen übrigens auch kurz verwirren: Fritz Kalkbrenner ist jedenfalls nicht Paul Kalkbrenner. Sondern dessen kleiner Bruder, mit dem er gemeinsam auch "Sky & Sand" schrieb und produzierte. Der Hit ist auf seinem Album "Here Today Gone Tomorrow" (Suol/Rough Trade) natürlich nicht mit drauf, weil veraltet. Aber wer auf atmosphärische Techno-Klänger - und Fritz' Stimmer - steht, kommt trotzdem größtenteils auf seine Kosten.

Bevor gleich wieder Schluss ist mit den Namensspielereien noch eine unbedingte Empfehlung: das Album "We Can't Fly" (Eskimo/Rough Trade) von Aeroplane ist zum abheben gut. Mittlerweile zum Solo-Act geschrumpft begeistert Vito De Luca (koproduziert von Bertrand Burgalat und stimmlich unterstützt von Au Revoir Simone, Poni Hoax u.a.) mit einer ziemlich wilden, aber gerade in der Buntheit stimmigen Elektro-Mischung, in der Eighties-Pop und psychedelische Klänge à la Pink Floyd genauso Platz haben wie an Air oder Daft Punk erinnerndes Disco-Gedudel. Die Landsmänner und Kollegen von Goose beziehen sich auf "Synrise" (!K7/Alive) auf ähnliche Einflüsse. Aber es lässt sich nicht leugnen, dass ihre Party ein klein bisschen weniger Spaß macht. Was mit dem Namen übrigens nichts zu tun hat!
Text: Patrick Heidmann




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