- Text: Timo Richard
- Label: Sony
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Sleigh Bells
Treats
Keine Sorge Cordula, dein MP3-Player ist gar nicht kaputt. Die Sleigh Bells, die du da gerade hörst, sind das allerdings. Zumindest klingt ihr Debüt "Treats" so, als hätte der Studiotechniker oder wahlweise der Mann, der die Gehirne verteilt, so einiges falsch verkabelt. Derek Miller und Alexis Krauss haben elf schwer übersteuerte "Lieder" zusammengeschraubt, die so klingen, als würde jemand Britney Spears mit dem Elektroschocker bearbeiten, die Beastie Boys in der falschen Geschwindigkeit abspielen, My Bloody Valentine falsch verstehen und Van Halen in den Shredder werfen - und das alles gleichzeitig! Nebenbei züchten die zwei New Yorker im Keller Ohrwürmer. Denn unter den endlosen Schichten des Irrsinns verbirgt sich ein süßer, reiner Pop-Kern. Lieder wie "Tell Em" oder "Infinity Guitars", die vordergründig im Lärm versinken, gehen durch den Gehörgang wie ein Löffel Rohrfrei. Wahrscheinlich liegt der Schlüssel zu diesem unglaublich unterhaltsamen Album in der Vergangenheit der Sleigh Bells. Krauss war mal Mitglied einer Teen-Pop-Band und Miller Gitarrist der Hardcore-Epigonen Poison The Well. Cordula, die können mit Computern gar nicht umgehen!
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