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Bild: Lykke Li
  • Text: Christine Stiller
  • Label: Warner
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Lykke Li
Wounded Rhymes


Nach dem Überraschungserfolg von "Youth Novels" übertrifft sich Lykke Li mit ihrem zweiten Album selbst. "Wounded Rhymes" ist eine kühle Geisterbahnfahrt der Emotionen, mit vielen Schnörkeln, doch ohne eklige Zuckerwatte im Ohr. Als sie 2008 ihr Debütalbum veröffentlichte, war Lykke Li für viele das süße, seltsam tanzende Mädchen, das den Dutt in Indie-Land salonfähig machte und in clever arrangierten Pop-Songs über mittelschwere Herzensangelegenheiten sang. Heute emanzipiert sich die 24-Jährige von allem Püppchenhaften mit einer unnahbaren, melancholischen Ästhetik. Jeder Song auf ihrer neuen Platte ist etwas ganz Besonderes und im Unterton viel zu düster, um niedlich zu sein. "Wounded Rhymes" wirkt wie eine auditive Fahrt durch eine dunkle, märchenhafte Theaterkulisse mit akustischen Spezialeffekten wie Gospel-Pop, Doors-Orgeln und synthetischen Stammestrommeln - eine lebhafte Mischung, die aber nie zu überladen wirkt. Trotz aller bestechender Pop-Qualitäten und großer Gefühle biedert sich die Platte bei niemandem an, sondern wahrt stets eine kühle Distanz. Lykke Li ist eben speziell: ein wenig verschroben, ein wenig verkitscht, viel zu emotional, hochgradig melancholisch und eine fantastische Künstlerin. Kein Song wirkt zufällig. Keiner muss als Lückenfüller herhalten. "Wounded Rhymes" ist eine runde Sache und weit mehr als bloße Indie-Disco-Unterhaltung.


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