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Bild: Elektro-Kolumne

Elektro-Kolumne
Elektro-Sommer


Der Sommer ist endlich da, alle wollen los: in den Urlaub, an den See, zur Grillparty. Deswegen wollen wir euch hier gar nicht lange aufhalten. Lieber nur schnell in jede Menge neuer Platten reingehört - und die dann schnell eingepackt für die jeweils passende Sommer-Aktivität.

Los geht's mit Paul Kalkbrenners "Icke Wieder" (Paul Kalbrenner Musik/Rough Trade): Weniger ein Album für all die "Berlin Calling"- und "Sky and Sand"-Fans, als viel mehr recht wortkarg-trockener Techno für die späten Stunden lauer Dachterrassen-Partys. Vorher warmlaufen kann man ganz wunderbar mit "Varieté" (Burlesque Musique/Wordandsound), dem ersten und vielfältig tanzbaren Album von Aka Aka & Thalstroem, das nicht nur mit der passend betitelten Single "Été", sondern dank Gastsängerin Betty Lenard auch einem starken Portishead-Cover aufwartet.

Am nächsten Tag versüßt dann Dan Blacks heiß erwartetes Debütalbum "((un))" (Embassy of Music/Warner) den Weg zum Strand oder See: ein verspieltes Potpourri aus R'n'B, Pop und Dance-Beats, das nicht immer ganz kohärent, aber in jedem Fall originell ist. Wenn später ein Wolkenbruch für Düsternis sorgt, holen Karlmarx aus Neuseeland einen wieder runter. Für "Karlmarx" (Melting Pot Music/Groove Attack) kitzeln sie aus ihrem elektronischen Spielzeug jedenfalls alles raus, was an dunkel-mysteriöser Coolness im Sommer möglich ist. Vielleicht nicht zum Chillen, aber auf jedem Fall zum Grillen darf dann gerne "Electric Hustle" (Jalapeno/Rough Trade) laufen, das dritte Album der Holländer von Kraak & Smaak. So viel Elektronik und vor allem Songlastigkeit war bei dem Trio bislang selten, über mangelnde Funkiness kann man sich hier aber wahrlich nicht beschweren. Und über grandiose Gastsänger genauso wenig.

Sobald die Nacht wieder hereinbricht kann Marians "Only Your Hearts to Lose" (Freude am Tanzen/Rough Trade) nicht schaden, eine kluge Techno-House-Melange, in der Marek Hemmann seine Beats von Fabian Reichelt kongenial besingen lässt. Und wer die Open-Air-Stimmung mit Samplern zum Überkochen bringen will, sollte zu "The Jam Files - Past, Present, Future" (Peppermint Jam/Intergroove), einer umfassenden Label-Werkschau mit Moloko, Mousse T, Boris Dlugosch und Co., oder natürlich zu "Hans Is Playing House" (Bureau B/Indigo), 14 wirklich grandiosen Remixen von the one and only Hans Nieswandt, greifen. Wenn danach beim Einschlafen die Nachbarn von oben zu laut Sex bei offenem Fenster haben: einfach mit "Music Is Awesome" (Boysnoize Records/Wordandsound) zurücknerven!


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