- Text: Timo Richard
- Label: Warner
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Bewertung:
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Metallica & Lou Reed
Lulu
Für Menschen unter 40 klang schon die Ankündigung, dass die vom Thrash-Monster zum psychotherapierten Rock-Dino mutierten Metallica und Onkel Lou ein gemeinsames Album aufnehmen sollten, wie eine Drohung. Aber es geht noch schlimmer: Die fünf Reiter der Rock-Apokalypse bearbeiten Frank Wedekinds "Lulu". Genauso gruselig wie die Ankündigung ist nun auch das Endprodukt der Knautschzonen-Boys ausgefallen, dessen ganzes Elend sich so zusammenfassen lässt: Lou Reed sprechsingt misanthropische Textbrocken in ein Bakelit-Telefon, während Metallica in einer weit entfernten Garage neue Songs höchst uninspiriert rumjammen. Die einzige Kraft die 'Lulu' vorantreibt ist bockiger Altherrenstolz verpackt in angeblichen Willen zur Kunst. Gerade dieser verdammte Kunstanspruch macht "Lulu" zu einem vor billiger Pose fast implodierenden Ärgernis. Dass es irgendwie schwach wirken würde, wenn Metallica versuchen ihr Proll-Image auf einer Galerien-Tour abzureiben, war klar. Als viel nerviger erweist sich Reeds Selbststilisierung als avantgardistischer Hassknecht, der mal wieder einen Spaziergang durch die Abgründe der menschlichen Existenz unternommen hat. Die derangierten Seelen der Metallica-Mitglieder mag er damit beeindrucken, wer geistig besser beisammen ist, kann sich über ein derart aufgepustetes Ego nur wundern. Sowas von bemüht.
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