-
Text:
- Label: Soulspazm
-
Galerie ansehen
SPLASH!-MAG KOLUMNE UNCLESALLY*S
NOVEMBER 2011
MEDs 2005er Debütplatte kann getrost als moderner HipHop-Klassiker bezeichnet werden. Der nun erscheinende Nachfolger, der das "Classic" (Stones Throw/Groove Attack) bereits im Albumtitel trägt, reicht hingegen nicht ganz an den starken Erstling ran. Nach unbestreitbaren Hits wie "Where I'm From" oder "Love & War" geht dem Album zum Ende hin ganz einfach die nötige Schlagkraft sowie der lyrische Tiefgang ab.
Nach Projekten mit Blu bzw. Fashawn und dem instrumentalen "Radio" hat Exile nun tatsächlich die Zeit für sein Rapalbum "4TrkMind" (Soulspazm) gefunden, selbstverständlich von ihm selbst produziert. Nun ist Exile als virtuoses MPC-Ass bekannt, was er auch an dieser Stelle eindrucksvoll beweist. Raptechnisch indes stolpert Ex - rein objektiv betrachtet - mehr schlecht als recht über die 16 Tracks. Fans können dem sicher auch einen gewissen Charme abgewinnen, ich wünsche mir im Nachgang vorzugsweise die raplose Veröffentlichung dieses musikalisch erstklassigen Albums.
In Kennerkreisen genießt Hiobs "Fragmente" absoluten Klassikerstatus und so wuchs die Vorfreude auf einen erneuten Soloentwurf des Ost-Berliners beinahe ins Unermessliche. Mit "Drama Konkret" (Spokenview) wurde nun gut sieben Jahre später der längst überfällige Nachfolger auf CD bzw. Vinyl gebannt. Seinem Faible für staubtrockenen Lo-Fi-Vintage-Boom-Bap ist Hiob über die Jahre treu geblieben. Auf den zum Großteil von ihm selbst konstruierten Songs bellt der zynische Straßenköter gewohnt bissig gegen Möchtegern-Gangster und P-Berger Yuppies oder suhlt sich ganz Bukowski-like im Hartz-IV-Lifestyle. Starker Wurf!
Nach traditioneller Hausmannskost kurz noch ein Abstecher in elektronischere Gefilde. Dubstep-Wunderkind Joker hat nach unzähligen Singles nun endlich das fällige Langspielalbum zusammengezimmert. "The Vision" (4AD/Beggars) zeigt dann auch den beachtlichen Variantenreichtum seiner Fertigkeiten, mal mit Pop-Appeal („Here Comes The Light"), mal eher für die Straßenjungs ("Back In The Days"). Ein absolutes Genre-Must-Have.
Was man ebenso Martyns "Ghost People" (Brainfeeder) attestieren kann, auch wenn der plumpe Genrestempel beim Niederländer nie so richtig passen will. Wie schon auf dem Erstling geht er erfrischend freigeistig zur Sache und kreiert eine schwer zu fassende Melange aus Techno, IDM, Jungle und House. Brainfeeder no-brainer sozusagen!
Text: Benjamin Mächler
ANZEIGE
