unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: Gorillaz
  • Text: Marcus Willfroth
  • Label: EMI
  • Kommentar schreiben

Gorillaz
The Singles Collection 2001-2011


Ob fürs Weihnachtsgeschäft gedacht oder einfach zum zehnjährigen Jubiläum von Damon Albarns Comic-Truppe, mag an dieser Stelle keine Rolle spielen: Allein die Tatsache, dass die Gorillaz den gewieften Witz von einst über Jahre aufrechterhalten konnten, rechtfertig "The Singles Collection 2001-2011" ohne jede Frage.

Wie muss sich das für Damon Albarn angefühlt haben, als alle Welt seine erste Single mit den Gorillaz zelebrierte und "Clint Eastwood" zu einem größeren Hit wurde, als seine Stammformation Blur es je mit einem Song vollbracht hatten? Der Erfolg dieser waghalsigen Idee einer singenden und Instrumente spielenden Comicband war im Prinzip so ungewiss, dass er wiederum eintreten musste - mit Noodle am Mikro, Keyboarder 2D, Bassist Murdoc Niccals und Russel Hobbs hinterm Schlagzeug ging es damals nach dem ersten, gleichnamigen Album sogar weiter und inzwischen schauen die animierten Kollegen auf ganze vier Studioalben und drei Compilations zurück.

Zu denen sich "The Singles Collection 2001-2011" als offiziell siebentes Release gerne gesellt und natürlich ein wenig kalkuliert kurz vor Weihnachten auf den Markt kommt: Doch Albarn hat für sein Zweiprojekt jeden Cent verdient – immerhin kreuzt er seit nunmehr zehn Jahren (fast) jedes Genre beginnend von HipHop über elektrifizierten Rap, Indierock bis hin zu samtweichen Pop, wie im Falle der letztjährigen Veröffentlichung "The Fall". Das schlappe vier Monate kostenlos über die bandeigene Website vertrieben wurde und im Anschluss als handelsüblicher Tonträger trotzdem noch die Top 20 der britischen Charts knackte.

Was bei aller Feierlaune nicht vergessen werden darf, ist indes Albarns menschlicher Side-Kick und Comicbuchautor Jamie Christopher Hewlett – der mit seinen visuellen Konzepten gehörigen Anteil am flächendeckenden Erfolg hatte. Sowie die vielen Gäste, die über die Jahre immer wieder Teil der stets famosen Alben waren: zum Beispiel Snoop Dogg, Lou Reed, Mos Def, Gruff Rhys, Mick Jones, Paul Simonon, De La Soul und sogar The Fall-Chefgrantler Mark E. Smith ließen sich zur Kollaboration breitschlagen. Welch Jubiläum, welch herrliche Singles – ein musikalisch-visuelles Gesamtkonzept, dass mit jedem einzelnen Song aufgeht.

Möge die nun vorliegende „The Singles Collection 2001-2011“ nicht das letzte Lebenszeichen dieser hinreißenden und zugleich wahnwitzigen Band sein: Damon Albarn wird sich hoffentlich weiter engagieren und seiner Fantasiewelt Folge leisten – und die Gorillaz größer und noch größer wachsen lassen.


ANZEIGE







...zurück



Kontakt -  Impressum -  Mediadaten -  Abo ·  nach oben